Exkursion des Geschichts- LK nach Flandern

Da wir gerade den Ersten Weltkrieg im Unterricht besprochen hatten, kam unser Geschichts-LK-Lehrer, Herr Wehrmann, auf die Idee, sich die echten Schauplätze des Krieges anzuschauen. Also sind wir vom 12. – 13. Mai 2017 mit dem Bus nach Brügge, Flandern gefahren. Nach einer langen Fahrt sind wir ziemlich müde in unserem Hotel angekommen. Daraufhin waren wir erst mal etwas essen, und haben uns die schöne Innenstadt angeguckt, die im Dunkeln noch besser aussieht als bei Tag. Am nächsten Morgen mussten wir früh beim Bus sein, und dann ging es auch schon zur Führung. Unserem Gruppenleiter gelang es gleich zu Beginn, uns mit seinem großen Wissen zu beeindrucken. Die Führung begann mit der Besichtigung eines Kriegsgräberfriedhofes, auf dem deutsche Gefallene des Ersten Weltkrieges begraben wurden. Alle waren augenblicklich ergriffen und haben sich die Grabplatten in Ruhe angesehen. Wir mussten nach kurzer Zeit wieder weiter zu einer noch größeren deutschen Grabstätte in Langemaarck. Bevor man auf den Friedhof kam, durchquerte man einen Raum, dessen Wände vollständig mit den Namen der Gefallenen gezeichnet waren. Auf dem Friedhof selbst waren Grabplatten auf dem Boden, die zum Teil 16 Namen enthielten. Oft waren es auch keine Namen, sondern „unbekannte deutsche Soldaten“. Dies konnte man auch auf den Grabsteinen der gefallenen Briten, Franzosen, Australier, Neuseeländer, Kanadier und Amerikaner lesen, deren beeindruckenden Grabstätten wir auch noch besichtigen. Besonders die des Commonwealth waren auffallend groß. Jeder Gefallene hatte dort seinen eigenen Grabstein bekommen, mit beigefügter Widmung. Im Gegensatz zu denen der Deutschen, waren die Grabsteine nicht nur dunkle Platten, sondern verzierte helle Steine. Wir sind äußert ungläubig durch die Reihen gegangen, keiner konnte glauben, dass Menschen das hier so viele Menschen ihre letzte Ruhe gefunden hatten. Irgendwann auf der Fahrt hielt unserer Gruppenleiter den Bus an, um uns auf am Straßenrand liegende Granaten aufmerksam zu machen, die die Bauern auch heute noch auf ihren Feldern entdecken und dort ablegen, sodass das Militär diese für die Entsorgung einsammeln kann. Anschließend besuchten wir ein kleines privates Museum, das viele echte Gegenstände des Krieges ausstellte. Dort sind wir durch eine Nachbildung der Grabenstellungen, die damals die ganze Landschaft durchzogen, gelaufen und waren geschockt von den Bedingungen, unter denen all die Soldaten wochenlang gelebt haben. Die Kraft des Gases und der Granaten wurde uns noch um einiges bewusster, als wir „Hügel 60“ besichtigten. Dort fand 1915-1917 eine militärische Auseinandersetzung zwischen deutschen und alliierten Truppen statt, was nur schwer zu übersehen ist. Der ganze Hügel ist bis heute von der Bombardierung gezeichnet und zum Teil stehen dort noch echte Überreste von Bunkern. Diese waren teils mit kleinen Kreuzen und „Poppys“ bedeckt. Poppys sind Mohnblumen und stehen für die Selbstopferung der Soldaten. Sie wurden durch das Gedicht „In Flanders Fields“ von John McCrae 1915 zum Zeichen der Erinnerung an die Gefallenen. Wir konnten das Gedicht auf einem weiteren Kriegsgräberfriedhof lesen, auf dem auch der Grabstein eines 15-jährigen Jungen war, der sein Leben im Krieg lassen musste. Der Gedanke daran, dass dieser Junge in seinem Alter schon unter Beschuss für sein Land gekämpft hat, war für uns einfach nur absurd. Eine der letzten Führungsstationen war die Innenstadt von Ypern, die man durch ein großes mit hunderttausenden Namen beschriftetes Tor betrat, welches an die bis heute vermissten Soldaten erinnerte.. Wir haben dann ein wenig die Stadt besichtigt, die im Krieg vollständig zerstört worden war und nun wieder wunderschön nachgebildet wurde, und uns wieder auf den Rückweg gemacht. Beeindruckt vom Tag und von der Weltgeschichte ging es mit dem Bus dann wieder zurück nach Hohenlimburg. Für unseren Kurs war es definitiv eine sehr interessante Exkursion, und wir waren uns einig, dass jeder sich, vor allem heutzutage, mit der Thematik der Weltkriege beschäftigen sollte, dass solch schreckliche Ereignisse für immer vermeiden werden.
Celina Koch, Q1

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.