Zwischen „digitaler Diät“ und „digitaler Demenz“

Mediennutzung am Gymnasium Hohenlimburg

Von Diana Laschewski und Gwana Hasso

Handys, PCs, Fernsehen und vielleicht noch PS4. Diese und noch viele andere Medien sind ein großer Bestandteil unseres Alltags geworden. Nach einer etwas längeren Beschäftigung mit dem Thema „Digitale Medien“ im Deutschunterricht haben wir uns die Frage gestellt, wie die Mediennutzung eigentlich bei uns an der Schule aussieht. Und dazu haben wir nach der Meinung verschiedener Schüler aus unterschiedlichen Stufen und sowie einiger Lehrer gefragt.

Rolle der digitalen Medien in unserem Leben

Für manche gehört das Handy einfach zum Alltag, dies war z.B. der Fall bei Herrn Wehrmann. „ Es gibt einem die Möglichkeit innerhalb kurzer Zeit mit Leuten per WhatsApp in Kontakt zu treten und z.B. Links, Zeitungsartikel oder Videos zu schicken, die man miteinander teilt, um jemanden auf etwas aufmerksam zu machen.“ Bei manchen spielen die Medien aber auch eine relativ geringe Rolle. Beispielsweise sagte Herr Queisler ganz sicher, dass er sich vorstellen könne, auch ohne Handy bzw. digitalen Medien zu leben. Ob die digitalen Medien für uns Kinder und Jugendliche die selbe Rolle wie bei Erwachsenen spielen, lässt sich durch unsere Umfrage in den Klassen sechs, neun sowie in der EF und der Q2 feststellen. Insgesamt gaben 78 Prozent der befragten Schülerinnen und Schüler an, dass digitale Medien eine bedeutende Rolle in ihrem Leben spielen würden.

Digitalisierte Freizeit

„Weg vor dem Bildschirm!“ oder „ Mach das Ding jetzt mal aus!“. Diese typischen Elternsätze, die man fast jeden Tag hört, beweisen uns schon, dass unsere Freizeit digitalisiert wurde. Darunter versteht man, dass wir unsere Freizeit mehr mit digitalen Medien verbringen, aber letzendlich besteht unsere Freizeit doch nicht nur aus digitalen Medien. In der sechsten Klasse verbringen 67% der Schülerinnen und Schüler ihre Freizeit mit Medien. In der Q2 waren es nur 9% der Befragten (!). Außerdem könne es „ein gesellschaftliches Ereignis“ sein, wenn man sich mit Freunden trifft, um gemeinsam Fußball zu gucken, sofern man kein Stadionticket ergattern konnte, wusste Herr Wehrmann aus eigener Erfahrung zu berichten.

Digitale Diät?

Der Begriff „ Digitale Diät“ bedeutet nichts weiter, als auf alle digitalen Medien wie etwa Handy, Computer, TV usw., zu verzichten. Nun kann man sich auch die Frage stellen, ob man es tatsächlich schaffen könnte, eine Woche auf die digitalen Medien zu verzichten. Auf diese Frage antworteten die befragten Lehrer, dass sie auf ihre Handys verzichten könnten. „ Natürlich merkt man aber auch, wie sehr man sich im Alltag an das Handy gewöhnt. Aber ich war jetzt zum Beispiel im Sommer für zwei Wochen auf Kuba. Da bibt es kein Internet. Das kann man sich eigentlich garnicht vorstellen, aber das kennen die Leute da nicht. Da ich mein Handy dort nicht nutzen konnte, habe ich es bewusst ausgeschaltet“, erzählte Herr Wehrmann. „ Ich gucke nur einmal auf das Handy und lese meine WhatsApp Nachrichten durch, aber ich könnte mir auch  ein Leben ohne Handy vorstellen.“, so Herr Queisler.
Laut den Ergebnissen der Umfrage in den verschiedenen Stufen würden die Schüler es schaffen, eine Woche auf ihr Smartphone zu verzichten (Sechser: 60%, Neuner/EF 77%, Q2: 84%).

Eine Informatiklehrerin spricht:

Auch wenn Technik für die noch recht neue Direktorin Auerbach sowas wie „eine Leidenschaft“ ist, hat sie dennoch eine gesunde, objektive Haltung zu diesen Medien. Ihrer Meinung nach sind digitale Medien etwas, das zur heutigen Gesellschaft dazu gehört. Es sei „ein wesentlicher Baustein der Globalisierung und Kommunikation auf der Erde“. Sie fände es aber „total fatal“, wenn man nur noch digital unterwegs wäre. So sähe sie es als einen Verlust von Grundkompetenzen an, wenn man keine Handschrift mehr erlernen würde. „Es schadet nicht, auch mal in eine Bibliothek zu gehen, wo echte und auch alte Bücher stehen, um wahrzunehmen, was für ein Kulturgut das ist.“ Britta Auerbach sieht es als sehr wichtig an, immer die Ergänzung der Realität zu haben. „Und eine reale Begegnung mit Gegenständen ist ja immer noch was ganz anderes, als wenn ich sie mir mit einer 3D Brille-anschaue. Selbst wenn das natürlich toll ist“, betont die Direktorin.

„Alles, was zu einseitig ist, ist nicht gut für die Entwicklung eines Menschen“, erwidert sie auf die Frage nach digitaler Demenz. „Genauso ist es aber auch, wenn sich jemand komplett davor verschließt, dass es eine Digitalisierung gibt. Da fehlen einem auch ganz viele Impulse, die eigentlich wichtig gewesen wären.“

Wer jedoch nur digital unterwegs ist, der verliert Entwicklungschancen. Und das ist laut Meinung unserer Schulleiterin die Vielfältigkeit, die Kombination aus Wissen und Fantasie, soziale Kompetenz und Kreativität.

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