Nachgefragt – Lehrer im Interview – Sunderkamp

Zwischen Hüttenromantik und Warmwasser-Geplansche

Von Milena Stange

Seit Beginn des Jahres gibt es nun die Reihe ,,Nachgefragt – Lehrer im Interview“.  Jeden Monat könnt ihr auf unserer Seite ein neues Interview lesen. Hier werden Lehrern Fragen zu allen möglichen Themen gestellt, denn schließlich hat auch diese Spezies interessante Geschichten und Meinungen, die es zu erfahren lohnt. Greenlionz deckt sie auf.

Herr Sunderkamp redet viel und gerne, oft genug über das wundervolle Rom. Wo er noch gerne hinreist und was der Latein- und Religionslehrer an der italienischen Hauptstadt so faszinierend findet, könnt ihr in diesem Interview lesen.

 

 

Reisen Sie gerne, Herr Sunderkamp?

Auf jeden Fall! Vor allem ins europäische Ausland oder in die USA.

 

Strandurlaub, Berge oder Städtetour?

 Ich bin eher der Kultur- oder Strand-Typ. Die Hüttenromantik habe ich nie gemocht, schon beim Schneemann-Bauen fand ich es immer leicht beängstigend, dass ich nach kurzer Zeit nur durch Hinsehen feststellen konnte, ob meine Hände noch an den Armen waren. Lieber halte ich meinen Hintern in sechsundzwanzig Grad warmes Wasser.

 

Wo waren Sie schon im Urlaub?

Mehrmals in Israel. Da in Jerusalem, Nazaret, Caesarea, Bethlehem – in einem gewissen Sinne war das auch eine Pilgerfahrt – in Italien, den USA, in den Benelux-Staaten, Frankreich, England, Spanien. Das war das Wesentliche. Besonders Israel war interessant, ich habe mal in der wunderschönen Altstadt gewohnt. Es gab in Caesarea einen traumhaften Sandstrand, wo ich dann, wie gesagt, meinen Hintern gerne in sechsundzwanzig Grad warmes Wasser halten konnte.

 

Ist Ihnen einer dieser Orte besonders in Erinnerung geblieben?

Rom! Rom ist einfach eine tolle Stadt, deshalb würde ich ja so gerne auch mit unseren Schülern dahin fahren, denn  Rom atmet Geschichte. Diese Stadt gehört im Gegensatz zu den anderen Metropolen, wie New York oder Berlin, zu den Orten, an denen man Geschichte spüren kann. Rom hat unter anderem die schönsten Museen, wo in beeindruckender Art und Weise die Menschheitsgeschichte und die Kultur dargestellt werden. Der Vatikan atmet Geschichte, auch das Forum Romanum. Das finde ich so faszinierend an Rom. Wenn man dort ist, spürt man die Vergangenheit. Mit den Oberstufenschülern des Ruhr-Gymnasiums in Witten und des Stadtgymnasiums in Dortmund war ich auch schon mehrmals da. Für mich – und ich hatte auch den Eindruck für die Schüler – waren diese Fahrten immer ein gelungenes Erlebnis!

 

Hat eine dieser Reisen Ihr Leben verändert?

Mein Leben verändert vielleicht nicht, aber auf jeden Fall beeinflusst. Als ich das erste Mal im Central Park stand, hat mich das schon innerlich bewegt, schließlich wurde meine Vorstellung von diesem Ort plötzlich zur Realität. Genau so war es in Rom: Da steht man auf einmal da, wo Cicero seine Reden gehalten hat, das beeindruckt. Diese Reise hat auf jeden Fall meinen Entschluss, Latein und Theologie zu studieren, bekräftigt. Insofern beeinflusst jede Reise das Leben.

 

Womit reisen Sie lieber: Auto oder Flugzeug?

Auto! Da ich ja bekanntlich ein sehr großer Mensch bin, sind die engen Fußräume in Flugzeugen nicht ganz so angenehm. Bei meinem letzten Flug im Herbst von Nordamerika zurück ist es mir auch passiert, dass ich spontan hundert Euro mehr gezahlt habe, um einen Platz zu bekommen, der meiner Größe entsprach. Fliegen ist zwar cool, aber ich fahre lieber mit dem Auto, auch weil man dann vor Ort mobiler und flexibler ist.

 

Reisen Sie lieber alleine oder mit anderen?

Mit meiner Tochter oder Freunden macht es normalerweise mehr Spaß. Alleine reise ich eher selten.  Wenn dann auch nicht so weit weg, nur um Freunde zu besuchen oder um mir mal eine spontane Auszeit zu nehmen. Da ist es auch schön, Ruhe und Zeit für sich selbst zu haben. Schließlich ist es im Schulalltag ab und zu so, dass man sich selbst ein bisschen verliert. Die Seele baumeln lassen, sich in ein Café setzen, lesen, einen Cappuccino trinken oder auch vier, das ist schön, manchmal brauche ich das einfach.

 

Haben Sie schon mal Camping-Urlaub gemacht?

Eine ehemalige Freundin von mir hatte einen Eierkasten-Wagen, das ist so eine Art Combi von Citroen, der war von innen ausgebaut, so dass Leute darin übernachten konnten, wo man dann sein eigenes Hotel immer dabei hatte. Ich muss zugeben, ich fand das damals sehr spannend, direkt am Forum Romanum morgens um acht Uhr, während zehn Carabiniere um das Auto herumstanden, mich zu rasieren und Zähne zu putzen. Aber inzwischen bin ich in einem Alter, in dem ich es nicht schlimm finde, wenn meine nächtliche Unterlage eine Matratze ist.

 

Gezeltet haben Sie noch nie?

Als ich Schüler war. Und als ich mit der Bundeswehr in Lourdes war, da habe ich das letzte Mal gezeltet. Aber das ist schon ewig lange her.

 

Würden Sie das noch mal machen?

Das kommt auf die Gesellschaft an. Mit den richtigen Leuten ja, aber alleine nicht.

 

Sind Sie als Jugendlicher auf Freizeiten gefahren oder haben Sprachreisen gemacht?

Ich habe für drei Wochen an einer Sprachreise in den Süden Englands als Schüler teilgenommen, das hat mir sogar echt was „gebracht“, denn ich bin danach in Englisch sitzen geblieben! Meine Eltern dachten damals wohl, dass Thomas eine kleine englische Sprach-Behinderung hat, die möglicherweise durch einen Aufenthalt in Bournemouth repariert werden könnte … meine Eltern hatten sich geirrt!

 

Haben Sie schon einmal einen richtigen Touristen-Fail erlebt?

Ich selbst nicht. Aber ich habe für welche gesorgt. 2014 war ich mit meiner Tochter in Washington. Da kam eine Gruppe chinesischer Staatsbürger auf uns zu, die fragten: ,,Where is the White House?“ auf Chinesisch-Englisch und ich mit meiner Sprach-Behinderung sagte nur ,,Straight ahead.“. Ich glaube, dass diese Chinesen heute noch das Weiße Haus suchen, weil ich ihnen nämlich genau die falsche Richtung gezeigt habe! Ich habe also eher für Touristen-Fails gesorgt, als welche erlebt.

 

Welche Orte stehen noch auf Ihrer Bucket-List?

Die West- und vor allem die Ostküste von Nordamerika, etwas in Richtung Seattle,Vancouver bzw. Toronto und Montreal und so weiter. Einmal – natürlich mit dem Auto – von den Niagarafällen herunter bis Florida.

 

 

Wo sollten wir Schüler Ihrer Meinung nach unbedingt hinreisen?

Rom! Egal, ob einen die Kunstgeschichte, Latein, Literatur oder Musik motiviert: Rom repräsentiert in einmaliger Weise das alles! Wie gesagt, diese Stadt atmet Geschichte, das muss man erlebt haben.

 

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