Via Reiseführer durch die Apokalypse

Q2 Reli-Kurs arbeitet zum Thema Eschatologie und stellt Projektarbeit vor

Von Dominik Becker, Jan Elhaus und Jan Moritz Stock

Im Rahmen einer Projektarbeit im Religionsunterricht der Q2 haben wir uns mit den positiven Aspekten der Apokalypse in Form eines Reiseführers beschäftigt. Zuvor haben wir uns mit dem Sinn des Lebens nach dem Tod beschäftigt. Als Teilnehmende im evangelischen Religionsunterricht haben wir Aspekte wie Fegefeuer und Hölle außer Acht gelassen, da sie in der evangelischen Theologie nicht verankert sind und auch niemand eine Reise in eine solche Zukunft antreten würde.

Für die erste Seite des Reiseprospekts in die Zukunft haben wir das Kreuz gewählt, da es für uns ein religiöses Symbol darstellt und jeder Gläubige eine eigene Vorstellung hat, aber sich alle in diesem Symbol durch den Glauben verbunden fühlen. Jesus starb am Kreuz und ist anschließend aufgefahren in den Himmel; somit ist es die Grundlage/Basis für unser Thema, das ewige Leben bzw. die Auferstehung. Durch den Tod Jesu ist in uns die Hoffnung auf ein ewiges Leben „erwacht“.

Den schwarzen Pferdekopf und den schwarzen Schuh haben wir gewählt, um symbolisch das Sprichwort „auf Schusters Rappen“ darzustellen, was so viel bedeutet wie: zu Fuß eine Reise anzutreten. Als eines der zwei Reisemittel haben wir die apokalyptischen Reiter aus dem Buch der Offenbarung (dem letzten Buch der Bibel) gewählt, da man nur durch sie oder zu Fuß den Himmel erreichen kann.

Der zweite entstandene „Reiseführer in die Zukunft“ orientiert sich an einer Reise nach Jerusalem, diesmal in „die neue Stadt Gottes“, wie sie in Offenbarung 21 beschrieben wird. Die Plakate und der Flyer spiegeln Vorfreude auf diese Reise.

Die Hoffnung des christlichen Glaubens
Jeder von uns hat Momente in seinem Leben, die für denjenigen positiv oder negativ sind.
Alle diese Momente und Erfahrungen zusammen haben einen bestimmten Stellenwert in
unserem Leben und bilden als Ergebnis unsere Persönlichkeit und gleichzeitig ein
einzigartiges Lebenswerk.
Jedem von uns stellt sich im Leben einmal die Frage, wie es für uns weitergehen soll.
Die kirchliche Lehre spielt dabei für viele Menschen eine wichtige Rolle. Eine Antwort
darauf lässt sich in der Eschatologie finden.
Das Wort „Eschatologie“ stammt vom griechischen „ta eschata“ ab und bedeutet ,,Lehre von den letzten Dingen“: von Bestimmungen und Vollendungen des Menschen und der Welt, vonGericht, vom Ende der Zeit und vom endgültigen Heil.
Die Eschatologie lässt sich nochmal in einzelne Bereiche gliedern, diese sind die ,,Individual-“ und ,,Universaleschatologie“. Die Individualeschatologie beschreibt die Glaubensvorstellung, die das Geschick des Einzelnen betreffen. Man geht insoweit von einem Weiterleben der gestorbenen Person aus, dass man wie auch immer in einer anderen Form weiterlebt. Häufig wird dieses Weiterleben im Jenseitsreich lokalisiert. Dort findet das Geschick der Toten statt. ,,Und viele, die im Staub der Erde schlafen, werden aufwachen, die einen zum ewigen Leben, die andern zu ewiger Schmach und Schande“ (Die Bibel, Buch Daniel Kapitel 12, Vers 2).
Die Frage nach dem ewigen Leben und der ewigen Schande wird durch vorrangegangene
Handlungen und Taten der einzelnen Menschen beantwortet. Die Universaleschatologie hingegen betrifft das Geschick der ganzen Menschheit. Hierbei beschäftigen sich die meisten Vorstellungen mit der Vernichtung der Welt am Ende der Zeit.
Die Art der Vernichtung der Welt wird in vielen Religionen ähnlich beschrieben. Dies kann
durch Erdbeben, eine Verfinsterung der Sonne, einem Versinken der Erde im Meer, eine
vernichtende Kälte oder durch einen Weltenbrand geschehen. Das Versinken der Erde im Meer kann z.B. durch den Klimawandel erfolgen. Durch das Abschmelzen der Polkappen steigt der Meerwasserspiegel und kleine Inselstaaten oder
Länder, die wie die Niederlande unterhalb des Meerwasserspiegels liegen, werden vom
Wasser überflutet.
Für jeden Menschen auf der Erde kann es unterschiedliche Ansichten vom Ende der Welt
geben. Dies hängt unter anderem mit der Lage des Lebensraums zusammen. In Nordrhein-Westfalen sind wir beispielsweise relativ geschützt vor Überflutungen. Einzig und allein in Gebieten, die nah an großen Flüsse, wie z.B. dem Rhein liegen, können Existenzen in den nächsten Jahren und Jahrzehnten gefährdet sein.
Eine weitere Hilfe zur Beantwortung der Frage, wie es für uns weitergehen soll, findet sich
für einige Christen aber auch in der Zeit. Jürgen Moltmann, ein evangelischer deutscher
Theologe unserer Zeit, schrieb auf die Frage ,,Was kommt am Ende der Zeit“, dass man die Zukunft ein zwei Bereiche aufteilen kann.
Zum einen nannte er die ,,zukünftige Zeit“. Diese Zeit beschrieb er als Warten auf das Erscheinen Gottes. Als zweites nannte er die ,,ewige Zeit“. Diese Zeit sei das Leben nach dem Tod.
,,Mit der Ankunft der Herrlichkeit Gottes endet die zukünftige Zeit, es beginnt die ewige Zeit“.
Dieses Zitat Moltmanns beschreibt die Verknüpfung der beiden von ihm genannten Zeiten.
Für viele Christen ist die Ankunft des Reiches Gottes (adventus) die Erfüllung und ein Ziel,
auf das sie ihr Leben lang hinarbeiten und darauf warten.
Es gibt aber auch viele Menschen, die in den Tag hinein leben; sie machen sich zwar
Gedanken über ihre persönliche oder berufliche Zukunft (futurum), nicht aber über das, was nach dem Tod kommt. Unter den Jugendlichen unserer Oberstufe finden sich viele, die so
denken…
Im Religionsunterricht haben wir uns damit beschäftigt, welche Bedeutung der Tod im
christlichen Glauben hat und was danach kommt. Genau wissen tun wir das natürlich nicht.
Aber die Bibel gibt uns im Neuen Testament Hinweise darauf, dass das, was auf uns
zukommt, toll ist du ganz anders als alles, was sich ein Mensch ausdenken kann. Das liegt
daran, dass Gott selbst dafür sorgt. Im letzten Buch der Bibel gibt es z.B. die Vorstellung vom
Himmlischen Jerusalem (Offenbarung Kapitel 21+22), einer Stadt, in der alles glitzert und
schimmert, in der es allen gut geht, die Menschen friedlich zusammen leben und liebevoll
miteinander umgehen.
Was kann uns besseres passieren?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

drei × 3 =