Fahrt nach Liévin

Kursfahrt der Französischkurse der Stufe 9

Von Clara Billerbeck und Ceyda Delibas – Am Montagmorgen, den 19. März 2018, machten wir, die Französischschüler der Stufe 9, uns auf den Weg nach Liévin. Mit guter Laune, Musik und einer Menge Süßigkeiten als Proviant nahm unser Bus Kurs auf Frankreich. Nach einer fünfstündigen Fahrt kamen wir bei unserer Unterkunft an: Dem Sportinternat „Stade Couvert“, in welchem jugendliche Fußballtalente ausgebildet werden. Nachdem die Zimmer verteilt waren, wir unser Gepäck ausgepackt und uns ein wenig eingelebt hatten, haben wir uns alle gemeinsam auf den Weg in die Innenstadt von Liévin zum Supermarkt gemacht, den wir auch in den nächsten Tagen in unserer Freizeit noch häufiger aufsuchen würden. Nach dem Abendessen im Internat besprachen wir zusammen das Programm des nächsten Tages, besuchten uns gegenseitig auf unseren Zimmern und erkundeten das Internat, indem wir Verstecken spielten.

Nachdem wir am Dienstagmorgen gefrühstückt hatten, fuhren wir zur Produktion der berühmten Bonbons „Bêtises de Cambrai“. Dort angekommen, wurde uns vom Chef der Produktion mehr über die Vorgänge der Produktion erklärt, sowie über die berühmte Entstehungsgeschichte der Süßigkeiten. Man erzählt sich in Cambrai, dass das Aussehen der Süßigkeiten durch einen Produktionsfehler bedingt sei. Einem Lehrling soll dieser unterlaufen sein. Um aus seinem Fehler zu lernen, wurde er trotzdem zum Markt gesandt, um die fragwürdigen Bonbons zu verkaufen. Diese kamen allerdings sehr gut bei den Bewohnern Cambrais an und waren am Ende des Tages restlos ausverkauft. Nachdem wir einiges über das Unternehmen erfahren und die Produktion beobachtet hatten, bekamen wir die Möglichkeit, die verschiedenen Sorten wie Karamell, Minze und Waldfrucht zu probieren und die kultigen Bonbons zu kaufen.

Als wir gegen Mittag zurück im Internat waren, war der Hunger groß und somit machten wir uns auf den Weg zum nahegelegenen Lycee, wo wir zu Mittag in der Schulcafeteria mit den restlichen Schülern aßen. Diese führten uns etwas später durch die Schule, welche sehr groß und sportlich orientiert war. Es gab auch interessante Angebote wie eine Art Schauspielkurs, gut ausgestattete Biologieräume und Labore. Was uns ebenfalls sehr beeindruckt hat, war, dass uns die Schüler deutschsprachig herumgeführt haben, da auch sie unsere Sprache seit sechs Jahren erlernen. Am späten Nachmittag hatten wir dann noch Gelegenheit, uns mit den Schülern zu unterhalten und sie zu ihren Kenntnissen zu Deutschland und ihrer Partnerstadt zu befragen. Nachdem wir uns verabschiedet hatten, machten wir uns auf den Weg zurück zum Internat, wo wir die Gelegenheit bekamen zum Supermarkt zu gehen oder anderweitig etwas zu unternehmen. Am Abend trafen wir uns dann zum gemeinsamen Abendessen und beendeten den Tag, indem wir uns Fragen für die Bewohner Lilles überlegten, einer Stadt, welche wir am nächsten Tag besuchen würden.

Mittwoch fuhren wir sehr früh, unmittelbar nach dem Frühstück nach Lille. Nach ungefähr einer Stunde Fahrt erreichten wir unser Ziel. Unsere Aufgabe bestand darin, Passanten Fragen zu stellen, bspw. nach ihrem liebsten Restaurant. Dies sollte in der Form eines Interviews ablaufen. Nachdem wir anhand der Interviews etwas Inspiration gesammelt hatten, machten wir uns den Nachmittag über eigenständig daran, die Stadt zu erkunden. Es gab schöne Konditoreien, tolle Bauwerke und hübsche Gassen zu sehen. Wir hatten die Möglichkeit, uns das große Einkaufszentrum anzusehen, natürlich auch zu shoppen und um etwas zu essen.

Am Nachmittag trafen wir uns und fuhren zurück zum Internat, wo wir dann wieder etwas Freizeit hatten und später zu Abend aßen. Da uns am nächsten Tag das Meer und ein Bunker erwarteten, schliefen wir alle mit Vorfreude ein.

Am Donnerstag besuchten wir dann den Bunker „La Coupole“, welcher im Zweiten Weltkrieg von Deutschland erbaut wurde und als Startbasis für Raketen gegen Südengland diente. Dieser Ausflug war zugleich sehr informativ und interessant, aber auch erdrückend. Wir sahen uns dort zwei kurze Dokumentationen zum Einmarsch der Deutschen in Frankreich und zu deren Waffen an, anschließend machten wir einen Rundgang durch das Museum des Bunkers. Trotz der erschreckenden Eindrücke, die wir von diesem Besuch mitnahmen, freuten wir uns auf den nächsten Halt, den unser Bus nun ansteuerte: Das Cap Blanc-Nez an der Küste des Ärmelkanals. Dort bestaunten wir die Landschaft mit ihren steilen Klippen und dem Steinstrand und obwohl es ein wenig bewölkt war, hatten wir eine Sicht bis zu der südenglischen Stadt „Dover“.  An unserem letzten Abend in Frankreich besprachen wir den Ablauf des letzten Tages und einige von uns knüpften Kontakt mit ein paar Internatsschülern.

Dann mussten wir uns leider wieder auf dem Heimweg machen. Am Freitagmorgen fuhr unser Bus in Liévin ab und gegen Nachmittag  kamen wir voller neuer Eindrücke, Erlebnisse und ein wenig erschöpft aber glücklich an der Rundturnhalle an, wo wir von unseren Eltern in Empfang genommen wurden.

Wir alle haben den Aufenthalt in Frankreich sehr genossen und möchten uns noch einmal bei Herrn Grimm, Frau Cordes und Frau Kreutz für die Organisation dieser erlebnisreichen Kursfahrt bedanken.

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