24/7 in der Schule – rund um die Uhr in der Wuxing High School

Einblicke in ein Internat am anderen Ende der Welt

Von Laura Bergmann, Birte Bekaan und Nele Blümel

 

Als die Reisenden der EF und Q1 in China zu Gast an der Wuxing High School in Huzhou waren, lebten sie für eine Woche bei chinesischen SchülerInnen in deren Familien.  So konnten wir einen guten Einblick in das alltägliche Leben in einem chinesischen Zuhause gewinnen. Im Gegensatz dazu hatten wir aber auch die Möglichkeit, die Internatsräume der High School zu besichtigen, was uns alle sehr beeindruckte. Während unserer gesamten Zeit im Land des Lächelns haben wir mitbekommen, dass es nicht vordergründig, meist sogar überhaupt nicht möglich ist, auf so großem Raum zu wohnen und zu leben, wie wir es aus Deutschland gewöhnt sind. Trotzdem war es für uns zunächst unvorstellbar, dass viele Jugendliche, die in dem Internat untergebracht sind, dieses die meiste Zeit als vollwertiges Zuhause ansehen. Der Gebäudekomplex besteht aus fünf großen Wohnhäusern mit mehreren Stockwerken, wobei drei Häuser für die Mädchen und zwei für die Jungen vorgesehen sind.

Kommt man in eine der Einrichtungen, gelangt man vorerst in einen kleinen Bereich mit Wasserspendern und einem großen Haushalts- und Zimmerplan, in dem sich jeder eintragen muss und worüber auch ein Wettbewerb für das sauberste Zimmer läuft. Wer pro Woche gewinnt, erhält eine Kleinigkeit, zum Beispiel einen Bleistift, und zum Schuljahresende wird der endgültige Sieger mit einem größeren Preis, unter anderem einem Notebook, belohnt.  Auf dieser Etage befinden sich außerdem Gemeinschaftsduschräume mit Föhnanlagen und Ablagemöglichkeiten mit Steckdosen neben den eigenen Duschen auf den Zimmern. Über das weitreichende Treppenhaus erhält man Zutritt zu den einzelnen Ebenen, auf denen man über lange Flure mit Ausblick auf einen Innenhof mit Garten zu den Schlafräumen kommt. Ein Zimmer wird sich von sechs Schülern beziehungsweise Schülerinnen geteilt, was man sich aber nicht als ein großes Gemeinschaftszimmer wie wir es kennen vorstellen kann. Auf jeder Seite sind je drei Hochbetten aneinandergereiht, die uns eher schmal erschienen. Darunter befinden sich Schreibtische, die voller Schulbücher, Lektüren, Blöcken und weiteren Arbeitsmaterialien waren, und Schränke, die nicht nur als Kleiderschränke, sondern auch als Bücherregal dienen. Geht man weiter durch den eher sporadisch eingerichteten Schlafraum gelangt man in ein kleines Badezimmer, das eher außerhalb auf einem Balkon liegt und mehr einer deutschen Waschküche als einem Bad ähnelt. Neben einer typisch chinesischen Toilette besteht die Sanitäranlage lediglich aus Waschbecken und Wäscheleinen. Für die Verpflegung wird in der schuleigenen Cafeteria gesorgt.

Manche Schülerinnen und Schüler verbringen ganze Schuljahre in dem Internat und besuchen die Familien nur in den Ferien, wobei andere wiederum nur unter der Woche dort wohnen und am Wochenende nach Hause fahren, um das traute Heim zu genießen und dort vom Schulalltag zu berichten. Trotzdem besteht die Möglichkeit, auch samstags und sonntags Nachbereitungskurse und ergänzende Klassen zu belegen und noch mehr zu lernen, was von vielen, wie wir miterleben konnten, häufig wahrgenommen wird.

Nach unserem Besuch im Internet wurde unsere bisherige Sichtweise zum Schulsystem rund um die Welt noch einmal geprägt, weil uns die verschiedenen Wertvorstellungen und Arbeitseinstellung der verschiedenen Kulturen noch einmal verdeutlicht wurden, sodass wir erneut zu schätzen lernten, wie gut wir es auf dem Gymnasium Hohenlimburg haben.

 

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