Raus aus der Kreidezeit

22 Smart TVs ebnen Weg in digitales Zeitalter

Betrachtet man die aktuelle und politisch forcierte Entwicklung nordrhein-westfälischer Schulen, so ist die Ausbildung von Medienkompetenz auf der langen Agenda der Schulentwicklung an oberster Stelle angesiedelt. Kinder und Jugendliche stehen täglich in Kontakt mit modernen Medien, ohne dabei im Umgang mit diesen wirklich geschult zu sein. „Learning by doing“ lautet diese nicht ungefährliche Devise, welcher das Gymnasium Hohenlimburg nun Einhalt gebieten möchte und muss.

Unterricht mit herkömmlichen Tafeln als Sicherungsmedium gilt zunehmend als antiquiert. Was zu Zeiten Lehrer Lempels, der mit Rohrstock und erhobenem Zeigefinger im Klassenzimmer stand, als unerschütterliche Unterrichtsromantik verkauft wurde, ist heute eine verstaubte Vorstellung, die mit kompetenzorientiertem Unterricht und professionell initiierten Lernprozessen wenig zu tun hat.

Digitaler Unterricht

Die Fernseher in den Klassenräumen sind inzwischen fester Bestandteil des Unterrichtes.

Das Gymnasium Hohenlimburg beschreitet nun neue Wege im Bereich der Unterrichtsgestaltung sowie der Kompetenzorientierung. In nahezu jedem Klassenzimmer findet sich ein neues, 55 Zoll großes Smart-TV. Jedes Gerät verfügt über eine Internetverbindung, Notebook-Anschlussmöglichkeiten sowie Funktionen, um Smartphones und Tablets  spiegeln zu können. Englischlehrerin Katrin Neuhaus brachte den sprichwörtlichen Stein ins Rollen. Sie wünschte sich einen Fernseher für die Nachmittagsbetreuung. Dass aus diesem frommen Wunsch ein Großprojekt werden würde, war auch der engagierten Lehrerin damals noch nicht klar. Umso erfreulicher ist es, dass die Schülerinnen und Schüler nun von der Kreidezeit ins digitale Schulzeitalter starten können.

„Hausaufgaben, Projektarbeiten und Rechercheaufträge können von den Kindern auf ihren persönlichen Endgeräten ausgeführt werden. Die Präsentation erfolgt dann im Klassenraum. Jede Schülerin und jeder Schüler kann seinen/ihren Bildschirm auf den Smart-TV projizieren“, erläutert Schulleiterin Britta Auerbach nur einige der zahlreichen Einsatzmöglichkeiten.

Die Fernseher in den Klassenräumen sind inzwischen fester Bestandteil des Unterrichtes.

Schulleiterin Britta Auerbach und Projektleiter Marius Bätge begutachten zufrieden die Fernseher.

Es geht insbesondere um Effizienz und Interaktion. Die Schülerinnen und Schüler können im Unterricht mit Hilfe diverser Apps am gleichen Gegenstand arbeiten, ihre Ergebnisse bündeln und sie letztlich via TV-Gerät präsentieren oder mit anderen Gruppen austauschen. Selbstgesteuertes und eigenverantwortliches Lernen sowie die Ausbildung von professioneller Präsentations- und Vortragskompetenz sind fester Bestandteil gymnasialer Bildung. Neue Unterrichtsdidaktiken in Kombination mit modernster Technik ebnen nicht nur den Weg in ein neues Schulzeitalter sondern ermöglichen auch einen sicheren Übergang an Universitäten sowie in das Berufsleben. Dies stellt insbesondere an die Lehrkräfte hohe Anforderungen. Schulungen wird es in naher Zukunft geben, um die volle Bandbreite der neuen Medien ausschöpfen zu können. Die Schule entwickelte jüngst ein neues Medienkonzept, das nun auf Grund der neuen Möglichkeiten erweitert und modernisiert wird. Auch die schulinternen Curricular werden zukünftig angepasst, um Schülerinnen und Schüler im sicheren und kompetenten Umgang mit modernen Medien wie Smartphones und Tablets unterrichten zu können.

„Im Mathematik- und Physikunterricht nutze ich die Fernseher ständig. Schülerergebnisse können fotografiert und projiziert werden, sodass die Kinder unmittelbar ihre Ergebnisse vorstellen und ihre Gedankengänge preisgeben müssen. Die Ergebnisse müssen nicht angeschrieben werden, wodurch ich eine Menge Zeit spare und im Unterricht schneller vorankomme“, verrät Studienrat Björn Schlese.

Digitaler Unterricht

Warum keine Beamer oder Smartboards?

Die Entscheidung, Smart-TVs anzuschaffen, fiel aus verschiedenen Gründen. Die Lebenszeit von Beamerlampen ist endlich. Die Kosten für einen regelmäßigen Austausch sind hoch. Ganz ähnlich verhält es sich mit Smartboards. Diese digitalen Alleskönner waren lange Zeit eine Bereicherung und galten als erste Ablösung der herkömmlichen Tafeln. Gegen die Anschaffung sprach der Kosten- und Wartungsaufwand. Somit war die Entscheidung gefällt.

Für rund 22 000 Euro wurde das Gymnasium nun mit Smart-TV-Geräten ausgestattet. Großer Dank gilt dabei der Sparkasse Hagen/Herdecke, dem Förderverein der Schule sowie den Technikern der Firmen Expert Garthe und BeNetworked. Wie bereits in der Vergangenheit oft geschehen, arbeitete das Gymnasium Hohenlimburg auch in diesem Fall eng mit kommunalen Partnern zusammen und bedankt sich ausdrücklich für die schnelle und unkomplizierte Umsetzung dieses Großprojekts, wodurch die Schule ein weiteres Alleinstellungsmerkmal erhalten hat.

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