Smartphone – Freund oder Feind?

Dierk Ebeling informiert Eltern über Chancen und Risiken der Smartphonenutzung

Von Iris Mönkemöller

Am 4.7.2018 lud das Hohenlimburger Gymnasium über Herrn Sunderkamp zur Auftaktveranstaltung zu einer geplanten Reihe von interessanten Vortragsthemen rund um die Schule ein, bei der es sich diesmal um das Thema „Smartphone – Umgang mit digitalen Medien“ handelte. Rund 700 Schülerinnen und Schüler besuchen derzeit das Gymnasium Hohenlimburg. Fast alle besitzen ein Smartphone. Umso erstaunlicher war es, dass lediglich ein Bruchteil der Elternschaft den Weg zum Infoabend fand. Woran lag es? Nach Jogi Löw kann es am Fußball nicht gelegen haben. Haben wir den Kampf um die Gefahren im Internet für unsere Kinder bereits aufgegeben? Sehen wir eher den Nutzen als die Gefahren?
Herr Ralph Dierk Ebeling, seines Zeichens Diplom-Psychologe und tätig in der Beratung, Fortbildung und Supervision am Grimme-Institut in Marl, kennt sich mit Medienkompetenz bestens aus. Zunächst bringt er etwas Bewegung ins Spiel. Die Eltern sollen aufstehen, wenn sie eine Frage bejahen würden.

Frage 1: Haben Sie ein Smartphone dabei? Frage 2: Werden Sie unruhig, wenn neben Ihnen ein Smartphone klingelt? Frage 3: Vermissen Sie Ihr Smartphone, wenn Sie es einmal nicht dabei haben? Frage 4: Sind Sie in Netzwerken aktiv? Frage 5: Kennen Sie alle Datenschutzregeln und wissen Sie, auf was Sie sich eingelassen haben? Nur bei Frage 5
konnten wir alle geruhsam sitzen bleiben und eigentlich birgt gerade die Beantwortung der Frage 5 so einige Gefahren in sich. Was geben wir preis von uns, wenn wir nur einmal eine kostenlose Taschenlampen-App runterladen? Wer verdient da eigentlich? Antwort: Wenn es kostenlos ist, dann bist du selbst die Ware.

Alle Daten deines Smartphones werden abgegriffen und es kann ein Profil über dich erstellt werden. Du gibst alle deine Gewohnheiten bekannt, mit wem du dich häufig austauschst, was dich interessiert. Herr Ebeling erläutert die Gefahren, die im Internet auf uns lauern. Er spricht alle Gefahren an wie „Hate Speech“, die bei politisch extremen Gruppierungen üblich ist, „Sexting“, bei Nacktbildern, die über das Netz versandt werden und last but not least „Cybermobbing“. Cybermobbing sei kein eigener Straftatbestand, aber folgende Straftaten sind so denkbar: Beleidigung, üble Nachrede, Verleumdung, Nötigung, Bedrohung, Gewaltdarstellung und die Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereiches. Wer die Regeln des Gesetzes missachtet, darf sich nicht wundern, wenn in aller Herrgottsfrühe eines Tages die Polizei an der Türe klingelt. Zum Glück tut sie dies und nimmt den Kampf auf gegen anonyme Attacken im Netz. Das Netz vergisst nichts haben wir gelernt. Was dort einmal abgelegt wurde, das ist kaum wieder rückgängig zu machen. Man solle sich einfach einmal vorstellen, wie es wäre, wenn wir alle unsere vertraulichen Dinge mit Zetteln an die Wände des Forums heften würden.
Wäre uns das nicht vielleicht irgendwie unangenehm? Herr Ebeling gibt am Ende der Veranstaltung ein Handout aus mit einer Checkliste: Ist Ihr Kind reif für ein Smartphone? Wir Eltern sind uns nun mehr denn je sicher – dass wir nicht sicher sind. Selbstschutz, Aufmerksamkeit, Firewalls , gute Freunde und – nun ja – Eltern eben – das sind die Dinge und Menschen, die unabdingbar sind, um Smartphones sinnvoll und möglichst ohne Gefahr
nutzen zu können. Wir sind gespannt auf die nächste Veranstaltung.