Nachgefragt – Lehrer im Interview

Frau Prokscha über Salz im Tee und Liebes-Gedichte

Von Milena Stange

ProkschaSeit Beginn diesen Jahres gibt es nun die Reihe ,,Nachgefragt – Lehrer im Interview“.  Jeden Monat könnt ihr auf unserer Seite ein neues Interview lesen. Hier werden Lehrern Fragen zu allen möglichen Themen gestellt, denn schließlich hat auch diese Spezies interessante Geschichten und Meinungen, die es zu erfahren lohnt. Greenlionz deckt sie auf.

 

Als Schüler kennen wir uns mit dem Thema ,,Kindheit und Jugend“ bestens aus. Jeden Tag durchleben wir das krankhafte Erwachsenwerden; die allseits geliebte Pubertät. Und – ob man es glauben will oder nicht – auch unsere Lehrer waren einmal jung. Von dieser Zeit erzählt Frau Prokscha im August-Interview.

 

 

Wie würden Sie Ihre Jugend in einem Satz beschreiben?

Ich bereue nichts, was ich getan habe.

 

Wer/Was hat Sie in den ersten 20 Jahren Ihres Lebens am meisten geprägt?

Meine Eltern, Großeltern, einige Lehrer und die zahlreichen Jugendfreizeiten, an denen ich teilnehmen durfte.

 

Fällt Ihnen spontan eine lustige Geschichte aus der Kindergarten-, Grundschul-, oder Schulzeit ein?

Mir fällt eine ,,niedliche“ Geschichte ein: Als ich vier Jahre alt war, hat mir mein Opa in meinen Früchtetee einen Teelöffel Zucker geschüttet – zumindest wollte er das. Leider hat er dabei die Salz- mit der Zuckerdose verwechselt…

 

Haben Sie schon mal einen Liebesbrief geschrieben oder bekommen?

Wie jeder weiß, bin ich nicht so gut im Zählen…

 

Wollten Sie immer Lehrerin werden oder hatten Sie als Kind/Jugendliche andere Träume?

Ich wollte tatsächlich schon immer Lehrerin werden.

 

Waren Sie immer nett zu Ihren Mitmenschen oder vielleicht auch das ein oder andere Mal frech?

Ich würde mein Verhalten gegenüber anderen immer als offen und herzlich beschreiben… Behauptet jemand Gegenteiliges, versteht er meinen Humor nicht.

 

Was war denn als 8-Jährige Ihr größter Wunsch? Und was als 16-Jährige?

Ich erinnere mich noch erstaunlich gut daran, dass ich mir mit 8 Jahren am meisten gewünscht habe, meinen ein Jahr zuvor verstorbenen Opa wiederzusehen, der mein engster Vertrauter war. Mit 16 Jahren wollte ich nur noch mein Abitur erfolgreich hinter mich bringen.

 

Haben Sie Tagebuch geschrieben? Und haben Sie davon noch etwas?

Ja. Ich habe sie alle noch.

 

Sie sagten ja, dass Sie oft auf Jugendfreizeiten waren. Wie ist Ihnen diese Zeit in Erinnerung geblieben? Gab es lustige oder sogar peinliche Erlebnisse, an die Sie sich bis heute erinnern?

Ich bin zwischen 12 und 17 Jahren in den Sommerferien auf Jugendzeltlagern mit der katholischen Kirche unterwegs gewesen, diese Zeiten haben mich sehr geprägt und waren immer unbeschwert und sehr amüsant. Peinlich war mir dabei aber nichts!

 

Was haben Sie in Ihrer Freizeit gemacht? Hatten Sie besondere Hobbys?

Eigentlich habe ich schon immer das gemacht, was mir heute noch gefällt: singen/musizieren, Musik hören, malen, lesen, tanzen, schwimmen…

 

Welcher Schülertyp waren Sie? Streber oder Klassenclown?

Eine Mischung aus beiden trifft es wohl am besten.

 

Was waren Ihre Lieblingsfächer? Musik, Französisch und Deutsch?

Diese Fächer mag ich heute natürlich am meisten. In der Schulzeit waren es eher Latein, Kunst und Deutsch, da ich in diesen Fächern passionierte Lehrer hatte, bei denen der Unterricht Spaß gemacht hat.

 

Sie haben ja mittlerweile auch eine Tochter. Erkennen Sie manchmal sich selbst in ihr wieder oder ziehen Parallelen zu Ihrer eigenen Kindheit?

Ich sehe in meiner Tochter in erster Linie ein aufgewecktes und neugieriges Mädchen, das mein Leben – wie nichts und niemand sonst – im positivsten Sinne auf den Kopf stellt und bereichert. Ähnlichkeiten spielen für mich dabei keine Rolle.

 

Wir Schüler durchleben ja Tag für Tag unsere Jugend. Was würden Sie uns raten, wie wir auf diese teilweise sehr schwierige Zeit reagieren sollten?

Mein Tipp wäre, sich Ratschläge anderer zwar anzuhören, sich letztlich aber bei wichtigen Entscheidungen auf sein Bauchgefühl zu verlassen.