YouTube-Star am GymHo

Videodreh ist Fulltime-Job: Coaching und Buchveröffentlichung sind in Planung

Von Gwana Hasso, Laura Bergmann

Der Englisch- und Sozialwissenschaftslehrer besitzt einen eigenen YouTube-Kanal, in dem er in seiner Freizeit Videos produziert und hochlädt. Unter den Schülerinnen und Schülern sprach sich diese Leidenschaft schnell herum. Wir wollten es genau wissen und konnten den Youtuber für ein Interview gewinnen.

 

Wie sind Sie auf YouTube gekommen?

Angefangen hat alles ca 2006 als mein Bruder seinen ersten YouTube-Kanal erstellt hat. Da haben wir für verschiedene Videospiele Zusammenschnitte gemacht. 2010 ist mein Bruder professioneller Youtuber geworden. Dabei hatte er dann 130.000 Abonnenten. Damit hat er dann schon sein erstes Geld verdient und ich war dann in beratender Rolle tätig, habe Kontakte hergestellt und auch an den Konzepten mitgewirkt. Ich habe die Videos geschrieben, also die Videos Skripte. Dann hat sich das immer weiter aufgebaut und als natürliche Folge habe ich selbst irgendwann einen eigenen YouTube-Kanal aufgemacht.

 

Seit wann haben Sie den Kanal?

Seit Anfang letzten Jahres, also 1 ½ Jahre ungefähr.

 

Sie meinten, dass Sie teilweise selber Skripte schreiben oder Videos spontan aufnehmen. Wie viel Arbeit steckt denn im Allgemeinen in einem Video drin?

Das ist immer so eine “von bis Sache”. Man kann z.b. so wie ich das jetzt aktuell mache, die Videos relativ spontan aufnehmen. Ich würde mir entweder fünf Stichpunkte machen und das einfach ein sprechen. Allerdings kann man auch ein komplett professionelles, ausgefeiltes Schriftstück machen. Am Anfang haben wir teilweise zwei bis drei Wochen an einem Video geschrieben. Da gibt’s bestimmte Methoden, wie man da vorgehen kann. Wir wollten das auf ein Niveau bringen, dass es uns auch abgekauft wird. Schließlich gibt’s Kanäle, die auch größer und in Deutschland unter den Top10 sind. Diese haben uns auch Skripte abgekauft.

 

Was machen Sie genau auf Ihrem Kanal? Was ist der Hauptsächliche Inhalt der Videos?

Es geht hauptsächlich um Kommunikation und Körpersprache und speziell rekonstruiere ich, was Stars machen,wie diese kommunizieren und was wir davon übernehmen können.

 

Was macht Ihnen am meisten Spaß an YouTube?

Für mich gibt es zwei Dinge die am meisten Spaß machen. Zum einen, dass man Leuten Nützliches mitgeben kann. Ich finde es nämlich super, wenn man nicht nur ein bisschen unterhalten wird, sondern auch, wenn da jemand herauskommt und sagt, “Das hat Spaß gemacht und ich habe wirklich was für mein Leben mitgenommen!” Zum anderen der eigene Gestaltungsprozess. Ich liebe es Videos zu editieren, ein paar Verrücktheiten mit einzubauen z.b. ein Kuchenbild einzufügen oder irgendeinen anderen Blödsinn. -Er muss über sich selbst lachen-

 

Wie gehen Sie mit negativen Kommentaren um?

Es kommt auf die Art des Kommentars an. Es gibt welche, in denen man einfach nur beleidigt wird, die einen nur verletzen sollen. Sowas blockiere ich mit Hilfe eines Filters sofort. Dabei kann ich dann überlegen, ob da vielleicht doch was Wahres dran ist und ich was verbessern kann oder, ob einer wirklich nur schlechte Laune hatte und einfach “Dampf ablassen” musste.

 

Wollen Sie mit Youtube für immer weitermachen oder ist für Sie irgendwann Schluss damit? (YT Karriere?)

So wie mein Bruder würde ich das nicht machen! Schließlich ist er selbst nicht ganz zufrieden damit, wie das läuft, da das bei ihm echt viel Druck und Stress erzeugt. Andererseits könnte ich mir schon vorstellen, dass in einer gewissen Art professionell zu machen. Ich gebe ja jetzt schon Coachings und für Januar ist ein Seminar vor 250 Menschen geplant. Das erste Buch und der erste Videokurs sind in Arbeit. Somit habe ich sehr viele Möglichkeiten und könnte das jetzt zur Zeit schon voll beruflich machen…