Nachgefragt – Schulleiterin im Interview

Unsere Schule aus einer anderen Perspektive

Britta AuerbachVon Milena Stange
Seit Beginn diesen Jahres gibt es nun die Reihe ,,Nachgefragt – Lehrer im Interview“. Jeden Monat könnt ihr auf unserer Seite ein neues Interview lesen. Hier werden Lehrern Fragen zu allen möglichen Themen gestellt, denn schließlich hat auch diese Spezies interessante Geschichten und Meinungen, die es zu erfahren lohnt. Greenlionz deckt sie auf.

Diesen Monat geht es wieder um eine ganz besondere Person: Frau Auerbach, seit über einem Jahr die Schulleiterin unseres Gymnasiums. Was sie eigentlich über unsere Schule denkt und wie sie an diesem mystischen Ort gelandet ist, erfahrt ihr im September-Interview.


Wie sind Sie überhaupt an unsere Schule gekommen, Frau Auerbach?
Zuerst musste ich eine Prüfung machen. Mit der Note, die ich darin bekommen habe, habe ich mich für die Stelle als Schulleitung hier beworben. Dabei guckt man natürlich schon, wo man hin möchte und wo man lieber nicht hin möchte…(lacht)

 

Und warum haben Sie sich dann für uns entschieden?
Ich habe als Kind viel Zeit in Hohenlimburg verbracht und finde es einfach sehr schön hier. Außerdem hat diese Schule eine gewisse Ausstrahlung, weshalb ich sie gerne leiten wollte.

 

Was macht unsere Schule in Ihren Augen besonders? Was ist hier anders als an anderen Schulen?
Wir haben eine unglaublich starke Schulgemeinschaft. Ich finde es bewundernswert, wie viel Verantwortung ihr Schüler übernehmt, was für Projekte ihr auf den Weg bringt, wie viel Mühe und Zeit ihr außerhalb der Schule investiert. Die Zusammenarbeit zwischen allen Personen, Lehrern, Schülern, Eltern, die Offenheit gegenüber Neuem, das fällt mir immer wieder auf. Wenn alle in eine Richtung arbeiten, kann man ganz viel erreichen. Und – auch wenn alle immer maulen – das Schulgelände ist, im Vergleich zu anderen Schulen, die ich kenne, ein sehr schönes. Die Lage und die Atmosphäre gefallen mir hier sehr gut.

 

Wie fühlt es sich an, die Verantwortung für eine ganze Schule zu tragen? Denken Sie, dass man bestimmte Eigenschaften haben sollte, um solch einer Aufgabe gewachsen zu sein?
Auf jeden Fall sollte man eine Leidenschaft für diese Position mitbringen. Wenn man nicht gerne mit Menschen zusammenarbeitet und Entwicklungsprozesse anleitet, sollte man sich vielleicht etwas anderes suchen. Der Umgang mit unvorhergesehenen Momenten ist wichtig, Entscheidungen sollte man schnell treffen können, denn das begegnet einem als Schulleiter jeden Tag. Außerdem muss man auch ein bisschen breite Schultern haben, es gibt natürlich vieles, das man tragen muss. Dieser Beruf kann manchmal sehr anstrengend sein, aber wenn man sieht, was man gemeinsam mit allen erreicht hat, macht einen das sehr glücklich und stolz. Hier gibt es sehr viel, das sich in letzter Zeit entwickelt hat, auch Ideen von Kollegen oder Schülern, die realisiert werden konnten.

 

Innerhalb der kurzen Zeit, in der Sie nun hier sind, hat sich ja schon einiges geändert. Gibt es weitere Planungen, von denen Sie schon erzählen können?
Wir haben ja schon ein bisschen mit der Digitalisierung angefangen, aber da geht es noch weiter. Um uns herum ist eine digitale Welt und ich finde es unsinnig, die Schüler davon abzuschotten. Schließlich sollt ihr auf etwas vorbereitet werden, das es außerhalb des Schulgebäudes schon gibt. Momentan können wir da leider noch nicht so viel machen, doch es ist das Erste, das irgendwie passieren muss. In diesem Bereich bietet sich sehr viel an, was wir als Schule auch nutzen wollen. Trotzdem muss man aufpassen, dass man nicht denkt, dass man nur wegen Smartboards an der Wand direkt besser lernt. Alles digitale ist nur ein Werkzeug, über dessen richtige Nutzung man sich im Klaren sein sollte. Auch die Richtigkeit der Informationen aus dem Internet ist immer zu hinterfragen. Natürlich ist nicht nur das Digitale wichtig, sondern auch das, was sich die SV jetzt als Schwerpunkt gesetzt hat, nämlich die Nachhaltigkeit. Ein Traum wäre es, wenn ihr als Schüler diese Schule verlasst und mitnehmt, dass wir nur die eine Erde haben und was für eine große Verantwortung ihr eigentlich habt, für diese eine Erde zu sorgen. Das liegt als Erdkunde-Lehrerin besonders in meinem Interesse.

 

Viele wissen gar nicht, dass Sie auch unterrichten. Welche Fächer lehren Sie?
Ich habe Deutsch und Geographie studiert, hinterher noch eine Nachqualifikation im Bereich Informatik gemacht. Da bin ich in den letzten Jahren hauptsächlich unterwegs gewesen, hier jetzt auch, vor allem in den Klassen 8 und 9. Herr Gibkes und ich möchten den Wahlpflichtbereich TI (Technische Informatik) aber gerne weiter in der Sekundarstufe II anbieten, dafür werden wir beide noch mal die Schulbank drücken, um diese Qualifikation auch zu kriegen.

 

Wie fühlen Sie sich morgens, wenn Sie zur Arbeit fahren?
Dabei kommt es immer darauf an, was einen erwartet. Wenn unangenehme Gespräche anstehen oder viele Termine, die anstrengend sind, freut man sich natürlich nicht so wie auf einen Tag, an dem man ein paar interessante, aber einfachere Pläne hat. Aber generell fahre ich mit einem guten Gefühl hierher und spätestens, wenn ich aus dem Auto aussteige, weiß ich: Das ist genau das Richtige.

 

Beschreiben Sie das GymHo mit drei Adjektiven!
Da kann ich mich nicht auf drei Adjektive beschränken. Couragiert, weltoffen, innovativ und liebenswert.

 

Möchten Sie den Schülern, Lehrern und weiteren Mitarbeitern der Schule noch etwas sagen?
Es ist wichtig, dass wir uns die Neugierde und die Freude bewahren, denn unsere Zeit ist durch ständige Neuentwicklungen geprägt. Ich freue mich sehr auf unseren weiteren gemeinsamen Weg.