Lost Places: Hinter verbotenen Türen – Biologie

Teil 2: Die Biologiesammlung

Von Gwana Hasso, Laura Bergmann

Der naturwissenschaftliche Trakt der Schule ist ein Mysterium. Nicht, weil es aus den fensterlosen Gängen scheinbar kein Entkommen gibt sondern weil es Räumlichkeiten gibt, die von Schülerinnen und Schülern nicht betreten werden dürfen: Die naturwissenschaftlichen Sammlungen. Für die naturwissenschaftlichen Fachlehrerinnen und Fachlehrer der Schule sind diese Räume ein wahres Eldorado, eine Spielwiese für Experimente und kreative Ideen. Wir haben alle drei Sammlungen aufgesucht und mit den Sammlungsleitern gesprochen. Wir lüften das Geheimnis hinter den „Lost Places“.

Der Biologe Sascha Grimm ist der Meinung, dass Biologie das Wichtigste aller Fächer an Schulen ist, denn dort geht es um alles, was lebt. Ohne die Forschung der Biologen würde kaum etwas funktionieren, denn ohne die Evolution und den Urknall wären wir Menschen gar nicht am Leben und die Welt nicht entstanden. Deshalb findet er die Biologie sehr interessant und möchte dies an uns weiterleiten.

 

Gibt es in Bio spannende Experimente?

Ja natürlich, ganz viele. In der EF müssten es einige Experimente sein, zum Beispiel mit Enzymen, wie Kohlenhydrate enzymatisch umgesetzt werden können oder wie der Stoffwechsel funktioniert. Jedoch ist unter dem Experimentieren das Mikroskopieren natürlich der Klassiker, aber es wird auch in der Biologie mal mit Reagenzgläsern und Kolben experimentiert, wobei man mit unterschiedlichen Farben, also mit Farbreaktionen, arbeiten kann. Aber auch so kleine Modell-Experimente versuchen wir alle immer mal wieder einzubringen, zum Beispiel hat Frau Linke bei ihrer Examprüfung die Schüler Vogelfedern mit Lupen genau untersuchen lassen.

 

Machen Sie Exkursionen mit Ihren Schülern?

Also ich mache in 2 Monaten mit der 7 Klasse eine Waldexkursion. Dort schauen wir uns das Ökosystem an. Wie Tiere und Pflanzen zusammen gehören und wie die Stoffkreisläufe aussehen, sowie was der Mensch damit zu tun hat. In den Medien wird zurzeit ja auch von Umweltschützern berichtet, die sich verbarrikadieren, da ein Braunfeldkohlelager erschaffen wir, wobei unzählige Bäume abgeholzt werden. Deshalb finde ich es immer wieder wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler ein bisschen Wissen mit sich tragen. Wenn diese schon nicht wissen, wie die Basen der DNA heißen, dann wenigstens etwas über die Umwelt, weshalb ich gerne Exkursionen in den Wald mache, um sich der Natur bewusst zu werden.

 

Was für Gegenstände stehen in dem mysteriösen Raum zwischen den Biologieräumen?

Zum einen stehen hier sehr viele Modelle rum, wie ein Skelett, andere Knochenartige Modelle, bei denen man den Knochenaufbau sehr gut untersuchen kann oder Modelle von verschiedenen Organen. Zum anderen gibt es natürlich auch viele Gegenstände, die zum Experimentieren genutzt werden. Diverse Reagenzgläser, Kolben, Messer, Pipetten, sowie Mikroskope und Binokulare.

 

Welche historischen Gegenstände gibt es in der Sammlung?

Diese Lichtkammer ist ziemlich alt und ähnelt einem Diaprojektor. Das ist auch so die Pflege der alten Methoden, welcher durch die ganzen neuen und technischen Methoden heute nicht mehr genutzt wird.

 

Frau Krüsemann mit ihrem Wissen zum Diaprojektor: „Also ich bin jetzt seit 1990 an dieser Schule und da waren die Dias schon da. Soweit ich weiß, wurden die Dias von den damaligen Biolehrern in den 60er Jahren selber erstellt. Denn damals gab es noch kein Internet, Computer oder ähnliches. Deswegen haben diese die Präparate selber hergestellt und aus diesen Dauerpräparate gemacht, welche schon uralt sind. Der Diaprojektor müsste genauso alt sein. Vielleicht steht eine Registriernummer auf ihm.“

 

Gibt es etwas in der Sammlung, was Sie besonders fasziniert?

So am meisten fasziniert mich eben der Diaprojektor, der eben auch schon Jahrzehnte alt ist. Ich finde ihn einfach cool, was ich bei euch auch sehe. Es ist einfach stark, dass da auch selbst geschossene Fotos von Kollegen vorhanden sind.

 

Was ist das Neuste in der Sammlung?

Diese Schädel haben wir erst neu bekommen, die verwenden wir in der Q2 bei dem Thema Evolution.

 

Woher bekommen Sie diese Gegenstände und Lebewesen?

So viele Lebewesen haben wir gar nicht, weil wir alle als Fachschaft der Meinung sind, dass man da erst einmal moralisch und ästhetisch schauen muss. Wir sind auch alle keine großen Fans von ausgestopften Tieren, weshalb wir es nicht als notwendig empfanden, dieses alle zu behalten. Deshalb haben wir einen Großteil entsorgt, da ausgestopfte Tiere für Schüler eben auch oft als unangenehm empfunden werden. Das Meiste was wir bestellen, wie das Skelett- oder die Schädelmodelle, sind von Firmen, die extra für Schulen solche Dinge produzieren.

 

Warum dürfen ausgestopfte Tiere häufig nicht mehr im Unterricht eingesetzt werden?

Es kommt immer darauf an, wie diese bearbeitet wurden. Normalerweise würden tote Tiere ja verwesen, damit diese genau dies nicht tun, werden sie konserviert. Dabei gibt es viele verschiedene Chemikalien, die man für die Verarbeitung benutzt, wobei die älteren gesundheitsschädlich sein können. Aber diese Sachen haben wir hier an der Schule entsorgt, sodass man sich keine Sorgen machen muss!

 

Was wünschen Sie sich für die Zukunft in der Biologiesammlung?

Das wir diese Unmengen an Arbeit endlich einmal bewältigen, denn die Schüler sehen oft eine chaotische Biosammlung, da alles hier vorne herumsteht. Dabei ist aber alles genaustens durchdacht, denn diese Dinge werden am häufigsten benutzt. – Herr Grimm muss selber ein wenig schmunzeln. – Es gibt ja auch den Spruch: „Ein Genie überblickt das Chaos, denn er weiß, wo alles steht und wie es funktioniert.“ Aber ich hoffe trotzdem, dass wir alles geordnet bekommen und noch mehr, dass wir neue Modelle bekommen, die für die Schüler eine Relevanz haben. Also die euch Schüler einfach mehr ansprechen und nicht so „ekelhaft“ sind bzw. Konservierungsstoffe, die Verboten sind, beinhalten.

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Welche Struktur hat die Sammlung?

Wichtig ist auch, dass wir gerade total im „Umbau“ sind. Dabei misten wir relativ viele Dinge aus. Also wir schmeißen im Moment einiges weg, was gar nicht mehr gebraucht wird. Ebenso wird umgeräumt, Chemikalien entsorgt oder inventarisiert. Des Weiteren wird so umgebaut, sodass wir eine aufgeräumtere und strukturiertere Sammlung am Ende haben, mit der wir euch noch mehr Freude bereiten können.

 

Ist die Umwelt-AG eine Bereicherung für die Umwelt?

Wichtig ist der Umgang mit der Natur! Denn Umweltschutz ist und bleibt aktuell, zum Beispiel im Moment das große Problem mit dem Plastik. Es ist wichtig den Menschen klar zu machen, wie wichtig die Natur ist und dass wir einen großen Einfluss auf sie haben. Ich glaube nämlich kaum, dass jede Person einen wirklichen Bezug zur Natur hat. Den Bezug zur Umwelt herzustellen und den Schülern klar zu machen, dass sie Verantwortung für die Natur tragen, ist das Ziel der Umwelt-AG.

 

Herr Jülich zur AG: „In erster Linie möchten wir dafür sorgen, dass Müll verringert und getrennt wird und somit vielleicht auch weniger Plastik in die Umwelt gelangt. Ebenso wollen wir natürlich auch versuchen dafür Sorge zu tragen, dass Energie gespart wird z.B. durch Strom sparen, also Licht auch ausschalten und nicht die ganze Nacht anlassen. Aber auch dadurch, dass wir die Fenster sinnvoll öffnen und schließen. Also, dass wir es irgendwie schaffen zu verhindern, das nicht gleichzeitig geheizt und gelüftet wird und dass die Fenster nicht über Nacht aufbleiben. Des Weiteren durch einen geringeren Verbrauch oder eine geringere Verschwendung an Materialien, die natürlich produziert werden müssen, wobei bei der Produktion auch wiederum CO2 anfällt. Wenn wir durch das Umsetzen von dem, was wir umsetzen wollen, unsere Ziele erreichen, dann wird es gut für die Umwelt sein!