Bunte Ytong-Steine gegen das Vergessen

Schülerinnen und Schüler gestalten Kunstprojekt in Gedenken an die Pogromnacht vor 80 Jahren

Greenlionz-Redaktion

Ytong-Steine gegen das VergessenDie Pogromnacht am 9. November 1938 ist ein schwarzer Fleck in der Stadthistorie Hagens. Zahlreiche jüdische Familien wurden vertrieben, misshandelt und ermordet. Damit die Grauen des Krieges und der nationalsozialistischen Herrschaft nicht in Vergessenheit geraten, lud der niederländische Künstler Leon Duniec Schülerinnen und Schüler Hagener Schulen auf den Friedrich-Ebert-Platz in Hagen, um gemeinsam ein Mahnmal gegen das Vergessen zu erstellen. Auch Schülerinnen und Schüler des Hohenlimburger Gymnasiums beteiligten sich an der Aktion.

Lena Lumberg und Jessica Kleinert begleiteten Mittel- und Oberstufenschüler, die beim Erstellen der individuellen Kunstwerke nicht nur Freude empfanden.

„Es ist so lange her und man kann sich kaum vorstellen, wie es den Menschen zu der Zeit ergangen sein muss. Daher finde ich es wichhtig, dass wir uns hier beteiligen, da so etwas nie wieder geschehen sollte“, berichtete eine teilnehmende Schülerin.

Die 20 x 70 cm großen Ytong-Blöcke stehen jeweils für eine der 1400 Synagogen, die während der November-Pogrome zerstört wurden. Jede Skulptur wird am Ende des Projekts fotografiert. Die Urheber*innen sollen einige Zeilen zum Werk verfassen. Fotos mit Text werden in der Volmegalerie ausgestelllt. Ziel des Workshops, der im Rahmen der Kunstinitiative „Das Klavier in der Volme“ stattfand war es, während der gemeinsamen Arbeit über Instrumentalisierung, Populismus, Vorurteile und Berührungsängste zu diskutieren und Diversität, wie in der Kunst, positiv zu erleben.

Die Thematik ist für viele der Schülerinnen und Schüler des Hohenlimburger Gymnasiums nicht neu. Bereits in der 7. Klasse setzen sich die Kinder im Deutschunterricht mit der Pogromnacht in Hagen auseinander. Dazu wird immer wieder das Werk „Aber Steine reden nicht“ von Carlo Ross herangezogen. Die grausame Vergangenheit vor der eigenen Haustür wird somit alljährlich aufgearbeitet und mit Exkursionen in die Hagener Innenstadt vertieft. Das Projekt ist den Lebenden eine Mahnung, den Frieden in unserem Land zu erhalten.