Zwischen „Stars and Stripes“ und Käse

Erfahrungsbericht: Wisconsin-Austausch sprengt alle Erwartungen

Von Nele Blümel

Wisconsin-AustauschWer fährt mit? Wann geht es los? Wohin genau fahren wir und wer sind unsere Gastfamilien?

Nach auf Englisch geführten Vorstellungsgesprächen, langer Planung und viel Kommunikation zwischen der deutschen und der amerikanischen Seite war es offiziell: in den Herbstferien 2018 fliegen 20 Schüler und Schülerinnen aus der EF und Q1 des Gymnasiums Hohenlimburg  für zwei Wochen nach Wisconsin, USA, und würden dort eine Woche in Gastfamilien untergebracht werden und das amerikanische Schulleben kennenlernen und die restlichen Tage in der Metropole Chicago im Nachbarstaat Illinois verbringen.

Doch vorher gab es natürlich noch Einiges zu organisieren, also zum Beispiel das Visum beantragen, Euro in Dollar umtauschen, den ersten Kontakt zu den Austauschschülern aufnehmen und Gastgeschenke besorgen – hier waren mit typisch deutschen Süßigkeiten gefüllte Maßkrüge sehr beliebt.

All das machte die Vorfreude noch größer, bis es am ersten Montag in den Ferien um 3 Uhr in der Nacht dann endlich losging. Die Koffer waren natürlich extra etwas leerer gepackt, damit man in den Staaten auch ordentlich einkaufen konnte.

In Frankfurt hieß es dann also für die nächsten neun Stunden „Ab in den Flieger!“.

Als wir in Chicago landeten, wurden wir schon herzlich in Empfang genommen und haben uns auf den Weg nach Fond Du Lac, unserem zu Hause für die nächsten Tage, gemacht.

Natürlich durfte aber ein Zwischenstopp im „Cheese Castle“ nicht fehlen, da Wisconsin ja bekanntlich der Staat für Käse ist, was hier zu 100 Prozent zutraf.Wisconsin

 

Schließlich wurden wir von unseren Gastfamilien Willkommen geheißen. Ein Teil von uns war allein, andere aber auch zu zweit in Familien untergebracht, wo Austauschschüler oder auch Lehrer der High School sie mit ihren Eltern und Geschwistern durch die Woche begleiteten.

Der erste Abend verlief für alle sehr entspannt mit dem Kennenlernen der Umgebung, der Unterkunft und eventuell schon dem ersten Football-Spiel des High School Teams. Wenn nicht live hatte aber jeder die Gelegenheit, Baseball oder Football im TV zu sehen, da fast alle Amerikaner die Sportevents verfolgen und ihre Begeisterung dafür auch im Tragen von Fan-Shirts und Trikots stets preisgeben.

 

Und dann ging der Schulalltag los, der sich doch ziemlich von unseren deutschen Gewohnheiten unterscheidet. Unsere Schülergruppe wurde in zwei Teile getrennt, wobei eine Hälfte die Waupun High School, die andere die Horace Man High School kennenlernen durfte.

Neben der morgendlichen Routine, sich nach dem ersten Gong zur USA-Flagge zu richten und ein Bekenntnis zum Vaterland mitzusprechen, staunten wir auch über die verschiedensten Kursangebote – über Business und Management, die verschiedenen Untergruppen von Mathe (Algebra, Calculus,…) und Spanisch bis zu American Literature und Study Hall, wo die Schüler und Schülerinnen die Möglichkeit haben, im Media Center der Schule, die einer Bücherei ähnelte, ihre Hausaufgaben zu machen und sich untereinander auszutauschen.

Wisconsin-AustauschBegeistert waren wir zudem von der Halloween-Deko in den Klassenräumen und dem schuleigenen Nachrichten-Studio, in dem jeden Vormittag die School News – inklusive Sportinformation, dem aktuellen Wetter und dem Joke des Tages – in denen auch wir Deutschen einen Gastauftritt hatten.

Generell kann man also sagen, dass auf der High School alle Fächer und Kurse in einer ganz anderen  Dimension vertreten sind, vor allem, wenn man sich auf die Diversität der verschiedenen Sport- und Musikangebote bezieht.

Neben dem Besuch der High Schools unternahmen wir als Gruppe auch mehrere Ausflüge, zum Beispiel in die Hauptstadt Madison, wo wir die Universität und das bekannte Capitol Building besichtigten, zu großen Dairy Farms, für die der Staat Wisconsin bekannt ist, und nahmen auch an einem Field Trip teil, der dem deutschen Wandertag ähnelt und den man mit „Hiking and Biking“ beschrieb. Hier durfte natürlich auch die Fahrt mit einem typisch amerikanischen Schulbus nicht fehlen. Darüber hinaus sorgte der Gang durch ein beliebtes Mais-Labyrinth für viele lustige Momente.

Außerhalb dieses Programms gestaltete die eigene Gastfamilie die Freizeit. Viele besichtigten das Lambeau Field Football Stadium in Green Bay, probierten Karameläpfel auf Farmen mit Kürbisplantagen, die vor allem in North Fond Du Lac sehr verbreitet sind, hatten Dinner in den besten Fast-Food-Ketten der Vereinigten Staaten und selbstverständlich auch zahllose Gelegenheiten zum Shoppen. Viele freuten sich auch, das Schulteam beim Football-Spiel anzufeuern und zum Herbst-Konzert des Schulchors zu gehen, um das eigene High-SchoolErlebnis zu vervollständigen.

Da also ein Highlight auf das nächste folgte, fand die Woche in Fond Du Lac schnell ein Ende. Am Mittwochmorgen verließen wir unsere Gastfamilien, die wir sehr in unser Herz geschlossen haben, und stiegen voller Aufregung in den Bus nach Chicago. Bereits als wir die Skyline sahen, konnten wir es gar nicht mehr abwarten, selbst die Millionenstadt zu erkunden. Folglich hatten wir ausgiebig Zeit, um auf der berühmten Michigan Avenue zu shoppen, die direkt bei unserem Hotel lag. Auch die großen Sehenswürdigkeiten wie die Bean, den Willis Tower, das Shedd Aquarium und das Navy Pier konnten wir bei schönen Spaziergängen und einer unterhaltsamen Fahrt mit einem Hop On-Hop Off-Bus zu sehen bekommen.

Viele tolle Erinnerungen sind während dem Basketballspiel der Chicago Bulls, das wir im  United Center sehen durften, entstanden, wo auch unser selbstausgedachter Slogan „Hohenlimburg In The House“ auf dem Bildschirm in dem Stadion eingeblendet wurde.

Zu einem Aufenthalt in Chicago gehört zudem die beliebte Deep Dish Pizza, die wir alle an unserem letzten Abend beim Dinner mit der gesamten Gruppe genießen konnten. Danach ließen wir die Reise auf dem Tower 360 Chicago ausklingen, eine Aussichtsplattform auf der 94. Etage, von der wir einen atemberaubenden Ausblick über die ganze Stadt hatten. Vor allem die Attraktion Tilt, bei der man in einem Glaskasten steht, der dann in über 300 Metern Höhe nach vorne kippt, war für viele von uns eine Herausforderung, die aber einen tollen Abschluss für diese zwei aufregenden Wochen ausmachte.

Nach all diesen unglaublichen Erlebnissen wollten viele von uns gar nicht mehr nach Hause. Also kann man sagen, dass sich die Reise in die USA mehr als gelohnt hat, weil wir mit ganz viel Erfahrung, neuen Freunden in Amerika und wunderschönen Momenten wieder in Hohenlimburg ankamen, an die wir uns noch eine lange Zeit gerne erinnern werden.