Zertifizierte Nachhilfeprofis

Projekt „Schüler helfen Schülern“ findet viele interessierte Teilnehmer

Von Kotryna Dirmantaité
Schüler werden NachhilfeprofisSchüler sein, das ist nicht schwer. Lehrer sein dagegen sehr.
Wenn Schüler zu echten Nachhilfeprofis werden wollen, sollten sie wissen, worauf es beim unterrichten ankommt. Im Rahmen des Projekts „Schüler helfen Schülern“ wurden ihnen dies nun näher gebracht.
Bei dem Fortbildungsprogramm am 15.01.2019 ging es darum den Schülern, durch den Vortrag von Herrn Busch, zu erläutern was einen guten (Nachhilfe)Unterricht ausmacht.

Wie lernt man eigentlich?

Am Anfang der Besprechung wurden ein paar Einstiegsgedanken zu diesem Thema gesammelt und Erfahrungen mit Nachhilfeunterricht und -schülern geteilt.

Um besser zu verstehen wie man lernt, haben wir uns erstmal die drei Gedächnisarten angeschaut: den Langzeitgedächtnis, Mittelzeitgedächtnis und das Kurzzeitgedächtnis.
Das Langzeitgedächtnis speichert dabei mit Hilfe von Synapsen die wichtigsten Strukturen. Manchmal das gesamte Leben.
Die Synapsen sind nur eine Erinnerungshilfe. Durch sie öffnet das Gehirn den Zugang zur Erinnerung, die ausserhalb des Kopfs bewahrt wird. Wir erinnern uns nur, wenn wir wollen. Denn die Strukturen im Gehirn sind nicht die Erinnerung.
Beim Mittelzeitgedächtnis werden Strukturen des Hirns (Synapsen) nach einer gewissen Zeit aufgelöst. Das Kurzzeitgedächtnis sichert Informationen nur für wenige Sekunden, manchmal Minuten. Was dann nicht „abgespeichert“ wurde, geht wieder verloren.

Zunächst haben wir einige Übungen zur Lehrntechniken gemacht. Eine Nummer mit zwanzig Ziffern erschien auf dem Bildschirm, die wir in einer Minute möglichst auswendig lernen sollten. Der Trick dabei war, die Zahlen zu teilen und zB. statt 1029384756, 102, 938, 4756 zu sagen. Lautes Vorlesen soll auch dabei helfen.

Doch wie nutzt man diese Erkenntnis nun für guten Nachhilfeunterricht? Um diese Frage zu beantworten, haben wir im Rahmen der Fortbildung einiges festgehalten.

  • Der Ablauf des Unterrichts soll schon vorher geplant werden, d.h. eine gute Struktur soll vorhanden sein.
  • Der Ort soll ruhig sein und keine Ablenkungen wie zB. laute Geräusche oder Handys haben.
  • Gutes Material, das auf das Niveau des Schülers/ der Schülerin angepasst ist, muss auch unterrichtsbezogen sein.
  • Man sollte die fachliche Kompetenz haben und dem Schüler nicht alles vorkauen damit echtes Lernen ermöglicht wird.
  • Der Unterricht findet regelmäßig statt.
  • Es ist wichtig Empathie zu zeigen, Probleme zu verstehen, auf Fragen einzugehen und Freude am Lernen zu haben.
  • Um eine gute Atmosphäre zu erzeugen, geht man freundlich und geduldig miteinander um.
  • Motivation zeigen!!
  • Die Selbstständigkeit der SuS soll gefördert werden, indem man sie erklären lässt.
  • Der Schüler soll mitarbeiten.
  • Der Unterricht soll abwechslungsreich sein. Man könnte zB. Spiele einbauen.

Am Ende des Programms hat jeder der Teilnehmer ein Zertifikat über eine Nachhilfe-Ausbildung erhalten.

Wenn Ihr Interesse daran habt, anderen Mitschülern zu helfen und Nachhilfe zu geben oder wenn Ihr selbst welche braucht, wendet Euch an Herrn Busch, der das ganze Projekt leitet.