Reden ist Silber? – Wohl eher nicht!

Kommunikation: Die wichtigste Fähigkeit, die Gott uns gab

Ein Essay von Laura Bergmann

Egal ob Schule, Beruf, Beziehung oder generell der Alltag: Ständig wird von uns gefordert mit anderen zu kommunizieren. Dabei entstehen immer wieder Probleme, die in einigen eigentlich scheinbar, einfachen Situationen doch Tücken hervorbringen. Des Weiteren können wir uns oftmals nicht verständlich genug ausdrücken, geschweige denn mit unserer Meinung überzeugen, sowie uns durchsetzen. Genauso häufig ist es schwer für uns, das Gesagte unseres Gegenübers zu begreifen. Dadurch werden leider viel zu häufig einfache Gespräche zum Streit, ohne dass wir uns im Klaren sind, wieso.

Aber eins ist sicher: Kommunikation ist eins der wichtigsten Dinge auf der Welt! Schon Paul Watzlawick hat gesagt: „Man kann nicht nicht kommunizieren!“ Somit können wir uns nicht nur glücklich schätzen, dass wir diese Fähigkeit besitzen, sondern sollten es auch sein, da es uns so möglich ist, ein soziales Umfeld aufrecht zu erhalten. Trotz alledem wird das Gesagte von Menschen unterschiedlich aufgenommen, sodass es oft falsch verstanden wird. Deshalb stellt sich die Frage: Wie kann das sein? Oder „Wie können Informationen verständlich gemacht werden?“ Antworten auf diese Fragen liefert uns unter anderem der Psychologe und Kommunikationswissenschaftler Friedemann Schulz von Thun.

 

Aber bevor man diese Fragen beantworten kann, muss erst einmal die Hauptfrage geklärt werden: Was bedeutet Kommunikation? Was ist das?

Kommunikation ist die Verständigung zwischen Lebewesen durch Zeichen oder Sprache. Jedoch braucht man, um zu kommunizieren, eine Botschaft/Nachricht, die man jemanden mitteilen möchte. Diese Botschaft muss durch jemanden, also durch einen Sender (A), an jemand anderes, den Empfänger (B), übertragen werden. Nachdem die Nachricht auf den Empfänger (B) übertragen wurde und dieser diese gehört hat, muss er die Nachricht dekodieren, sodass er in die Nachricht eine Bedeutung interpretieren kann. Sobald der Empfänger (B) die Absicht des Senders (A) aus der Botschaft herausgefunden hat, geht das Ganze von vorne los. Allerdings sendet der vorherige Empfänger (B) die Botschaft dem vorherigen Sender (A) zu. Somit wurden die Rollen einmal getauscht. Dadurch weiß der eigentliche Sender (A), ob der Empfänger (B) seine Botschaft richtig verstanden hat.

Jedoch sind immer beide an der Kommunikation beteiligt, sodass beide daran schuld sind, wenn die Kommunikation nicht funktioniert. Schließlich hat der Sender (A) die Aufgabe sich möglichst klar, präzise und unmissverständlich auszudrücken. Wobei der Empfänger (B) gut bzw. sehr gut zuhören muss und solange Fragen stellen sollte, bis er die Message im Sinne des Senders (A) verstanden hat. (Sender-Empfänger-Modell).

 

Tipp: Jedoch hat dies alleine immer ein paar Fehlerquellen, an denen die Kommunikation trotzdem scheitern kann. Denn der Sender (A) findet evtl. nicht die richtigen Worte und der Empfänger (B) versteht es akustisch nicht oder kennt sogar die Bedeutung der Worte nicht.

Dies kann man sich ungefähr wie einen Eisberg in der Arktis vorstellen. Wenn man sich den Eisberg vor den Augen einmal vorstellt, erkennt man, dass der Großteil des Eisbergs ca. 80% unter der Wasseroberfläche verborgen ist und nur ein sehr kleiner Teil von ca. 20% sichtbar zu erkennen ist. Dies bedeutet soviel wie, dass wir nur einen kleinen Teil, also die ca. 20%, einer Botschaft sofort wahrnehmen und verstehen können. Dieser Teil wird bewusst auf der Sachebene gespeichert und dort repräsentiert. Man nimmt also zuerst nur einmal das Gesagte auf, wobei der Inhalt meistens aus Zahlen, Daten und Fakten, sowie Gedanken, Gefühlen oder Wünschen besteht. Also wird auf der Sachebene zunächst nur Information vermittelt.

Die anderen untergegangenen 80% werden im Vorbewusstsein oder im Unterbewusstsein auf der Beziehungsebene gespeichert. Dort wird die Botschaft der Gefühle, Stimmungen und Empfindungen weiter ins Innere transportiert. Somit wird auf der Beziehungsebene nicht das „Was“, sondern das „Wie“ behandelt, welches durch Gestik und Mimik, sowie durch den Tonfall der Person vermittelt wird. (Eisberg-Modell in Abgrenzung zu Sigmund Freud)

 

Dennoch kann es auch hier zu Problemen kommen, da man die Botschaft an der falschen Stelle betonen könnte. Diese Störung der Beziehungsebene kann sich negativ auf die Sachebene auswirken, sodass das eigentliche Ziel nicht erreicht werden kann.

Friedemann Schulz von Thun hat sich mit diesen Problemen bzw. der Eingangsfrage, die sein Dozent an der Universität Hamburg stellte, intensiv beschäftigt. Er hat dabei vier verschiedene Ebenen herausgearbeitet und diese in einem Modell dargestellt: das Kommunikationsquadrat von Schulz von Thun, welches eine Weiterentwicklung des Eisbergmodells ist. Dieses Model zeigt, welche Erkenntnisse die Kommunikationspsychologie bietet, damit wir persönlich und sachlich besser miteinander klar kommen.

Dabei wird das Kommunikationsquadrat von diesen vier Aspekten gebildet: die Sachseite, die Selbstkundgabe, die Beziehungsseite und die Appellseite.

Beispiel: Ein Mann sagt zu seiner am Steuer sitzenden Frau: „Es ist grün.“

Somit hat der Mann freundlicherweise seine Frau nur darauf hingewiesen, dass die Ampel grün ist. Die Sachebene informiert also einfach nur. Sie gibt, wie oben schon genannt, Auskunft über Fakten.

Aber in jeder Botschaft stecken nicht nur Informationen über den Sachinhalt, sondern auch Informationen zur Person des Senders. Daher, dass der Mann seine Frau darauf hingewiesen hat, können wir darauf schließen, dass der Mann wach und klar ist. Also sein Auge auch als Beifahrer im Straßenverkehr hat. Des Weiteren, dass der Mann deutschsprachig ist, vermutlich fahrtüchtig und es evtl. eilig hat. Die Selbstkundgabe gibt also Dinge über den Sender bekannt.

Allerdings kommt es auch darauf an, wie gesprochen wird. Also der Tonfall, Mimik und Gestik sind gemeint. Da kommen wir zur Beziehungsseite. Hier geht oft hervor, was der Sender vom Empfänger hält oder wie er zu ihm steht. Dabei hat der Empfänger ein besonders großes Ohr, denn hier fühlt er sich als Person in bestimmter Art und Weise behandelt (oder misshandelt). In dem Beispiel wird klar, dass der Mann seiner Frau nicht wirklich zutraut den Wagen, ohne seine Hilfe, optimal zu führen.

Als wäre dies nicht schon genug, enthält fast jede Nachricht einen speziellen Grund. Es wird keine Nachricht „nur so“ ausgesprochen. Somit soll sie Einfluss auf den Empfänger nehmen: es gibt einen Appell. Auf unser Beispiel bezogen, möchte der Mann die Frau vielleicht auffordern ein bisschen mehr Gas zu geben, um noch über die grüne Ampel fahren zu können.

Dennoch gibt es auch bei diesem Modell Schwierigkeiten. Schließlich setzt dieses bei dem Empfänger vier Ohren voraus, die auf die verschiedenen Seiten ausgelegt sind. Allerdings wird nicht jede Nachricht automatisch vom richtigen Ohr gehört, wodurch sie oftmals auf der falschen Interpretationsseite landen und nicht richtig interpretiert werden. Daher werden die zwischenmenschlichen Kontakte oftmals spannend und spannungsreich zugleich. Denn Kommunikationsstörungen sind bei fast jedem Gespräch vorprogrammiert.

Tipp: Jedoch muss man auch hier wieder sagen, dass beide Parteien eine gewisse Mitschuld am Scheitern ihrer Kommunikation tragen. Der Sender sollte sein Anliegen möglichst auf der Ebene formulieren, welche der Empfänger am besten versteht. Dazu muss er seinen Gesprächspartner einschätzen können, wobei es ratsam ist, immer den Hauptaspekt des Anliegens deutlich zu betonen. Des Weiteren empfiehlt es sich für den Empfänger bei Unsicherheiten der eigenen Interpretation des Gehörten dies dem Sender mitzuteilen, um Missverständnisse zu vermeiden.

(Kommunikationsquadrat)

 

Trotzdem muss der Sprecher sich im Inneren erst einmal klar sein: wer spricht? Laut dem Transkriptionsmodell nach Erich Berne hat der Mensch drei Persönlichkeits-Ebenen. Diese Ich-Zustände hat er bereits in der Kindheit entwickelt, wobei sie je nach Individuum unterschiedlich ausgeprägt und angewandt werden.

Dabei richtet sich das Kind-Ich auf unmittelbare Bedürfnisse. Es ist natürlich, rebellisch oder angepasst. Somit könnte man einerseits angepasst, andererseits intuitiv und einfallsreich handeln. Dennoch ist der Wechsel zwischen dem angepasstem und dem rebellischem Verhalten fließend gegeben.

Des Weiteren richtet sich das Eltern-Ich auf die Fürsorglichkeit oder auf die Kritik. Man sendet positive, fürsorgliche oder negative, kritische Botschaften aus. Wenn sich allerdings nur einer der beiden Gesprächspartner auf der Ebene des Eltern-Ichs befindet, kann dies bei dem anderen eine Reaktion des Kind-Ichs, also z.B. eine „kindlich-trotzige“ Reaktion, auslösen.

Zuletzt betrachtet das Erwachsene-Ich die Situation angemessen und logisch, sodass es rational und vernünftig reagiert. Dies bietet die besten Voraussetzungen für eine gelungene Kommunikation (vgl. B.1, S.195-201)

Aus diesem Modell geht die Transaktionsanalyse hervor:

1.) Ich bin nicht okay, du bist auch nicht okay.

→ In dem Sinne macht es keinen Sinn zu kommunizieren, da eine derartige negative                         Grundeinstellung herrscht.

2.) Ich bin  nicht okay, du bist aber okay.

       → Die Kommunikation ist nur erschwert möglich, da es ein schlechtes Selbstwertgefühl in der             Grundeinstellung einer Person gibt. Die Kommunikation kann aber verbessert werden.

3.) Ich bin okay, du bist aber nicht okay.

→ Die Gründe für eine negative Selbsteinschätzung liegen nicht direkt vor Augen, jedoch kann     man sich diese vor Augen führen und so seine Grundeinstellung ins Positiver verändern.

4.) Ich bin okay, du bist auch okay.

→ Die Kommunikation klappt erfolgreich, da beide Personen eine positive Grundeinstellung          besitzen, welche durch Selbstreflexion gefördert werden kann.

 

Die Grundeinstellung, die man bisher hat, kann sich im Laufe des Gesprächs verändern. Somit könnte etwas grundsätzlich Negatives, wie eine unsichere Person, in etwas Positives umgewandelt werden. Ebenso kann es auch andersherum laufen. Eine positive Person kann auf Ablehnung oder Ignoranz stoßen und so sein positives Selbstbild aufheben.

Tipp: Deshalb sollte ein Gespräch auf einer positiven Grundhaltung basieren. Durch gegenseitige Akzeptanz und Toleranz auf der Basis „Ich bin okay, du bist okay“ ist ein Austausch auf gleicher Augenhöhe möglich. Dies führt dazu, dass man irritierende und unklare Aussagen direkt ansprechen kann, sodass man Missverständnissen direkt vermeiden kann.

 

Aber auch an dieser Stelle muss der Sprecher sich bewusst sein, dass er sein Selbstbild anders sieht, als Außenstehende. Das Selbstbild ist die Wahrnehmung eines Jeden, welche durch den ersten Eindruck, das Verhalten, Informationen von anderen und durch die Beobachtung der Kommunikation geprägt ist.

Was wir uns aber trotz alledem fragen ist, inwieweit unser Selbstbild mit dem Bild, welches Außenstehende von uns haben, übereinstimmt. Schließlich ist die Kommunikation zwischen uns besser und unkomplizierter, sobald sich das Selbstbild mit dem Fremdbild deckt.

Dies kann man an dem Modell „Johari Fenster“ sehr gut sehen. Es gibt vier verschiedene Fenster von A bis D.

Im Bereich des A Fensters ist sowohl mir als auch der anderen Person alles bekannt. Somit sind das Selbstbild und das Fremdbild gleich.

Der Bereich des B Fensters sagt aus, dass mir nicht alles bewusst ist, dennoch der anderen Person. Dazu gehören unbewusste Gewohnheiten, Vorurteile, Vorlieben und Abneigungen. Umso weniger unbewusst ist, desto reibungsloser verläuft hier die Kommunikation.

Im Umkehrschluss ist mir im Bereich des C Fensters wieder alles bewusst, aber der anderen Person nicht. Dies ist der Bereich der privaten Person. Er verbirgt bewusst Dinge, wie intime Wünsche, Ängste, Einstellungen und Gefühle, weil man zum Gegenüber nicht genügend Vertrauen hat.

Ebenso ist mir nicht alles bewusst, aber der anderen Person auch nicht, was das D Fenster ausmacht. Man selbst und auch der Gegenüber weiß und sieht nichts von den Talenten und ungenutzten Begabungen. Allerdings kann man dieses Fenster durch eine Förderung des Ichs verkleinern.

Tipp: Um eine vernünftige Kommunikation zu führen, sei offen und fasse langsam vertrauen zu deinem Gesprächspartner. Nehme Kritik und Ratschläge an, sodass kein Streit ausbricht. Versuche mit dem Gesprächspartner eine Ebene der Unterhaltung zu finden bzw. aufzubauen.

 

Schließlich ist Kommunikation sehr wichtig in unserem Leben, denn „man kann nicht nicht kommunizieren […].“ (Paul Watzlawick 1969) Selbst wenn man nicht spricht, gibt man durch sein Verhalten eine Reaktion wieder, was schon Kommunikation ist. Denn alleine dieses Verhalten kann man schon auf mindestens drei Ebenen verstehen.

Nehmen wir an A sitzt in einem Zugabteil, B kommt dazu und begrüßt A freundlich. Doch A reagiert nicht und liest weiter sein Buch. Zum einen gibt es Auskunft über A, dass er vielleicht seine Ruhe haben will. Zum anderen könnte es ein Appell an B sein, dass er bloß kein Gespräch mit A anfangen soll. Zuletzt gibt es auch Auskunft über die Beziehungsebene. A findet B wahrscheinlich nicht attraktiv genug und reagiert deshalb nicht.

Somit ist bewiesen, dass das Verhalten einer Person schon eine Art der Kommunikation ist, man braucht keine Worte um zu kommunizieren (B.1, S.37/38).

 

Beispiele:

Spiegeln wir dies nun auf den Schul- und Berufsalltag. Der Lehrer sagt: „Eins nehmen und weitergeben!“ und lässt die Arbeitsblätter rumgeben. In dem Sinne gibt er die Botschaft an die Schüler über ein AB. Dadurch haben wir schon einmal den Sender, die Empfänger und die Botschaft. Des Weiteren kann man darauf schließen, dass man mit dem AB in der nächsten Zeit arbeiten wird. Schließlich gibt der Lehrer die Arbeitsblätter bewusst aus und sagt etwas dazu.

Aber kommen wir mal zum Kommunikationsquadrat von Schulz von Thun. Ein kleiner Teil von den Schülern aus einer Klasse macht dennoch nichts. Sie sitzen auf ihrem Stuhl und schauen in der Gegend rum. Sie haben alles auf der Sachebene verstanden, und zwar, dass ein AB herumgereicht wird. Allerdings fangen die Meisten von uns direkt an das AB zu lesen, sobald sie es in der Hand halten. Dabei hat der Lehrer dies gar nicht explizit ausgedrückt. Wir Schüler denken in diesem Fall immer an den Appell in der Botschaft „Fangt an zu arbeiten“. Aber wir denken in der Situation nie über die Selbstkundgabe des Lehrers nach. Dabei wissen wir, dass er deutschsprachig ist, ebenso intelligent, sonst wäre er kein Lehrer 😉 Des Weiteren machen wir uns auch keine Gedanken darüber, was die Beziehungsseite aussagen könnte. Eventuell meint sie ja nur, dass der Lehrer sein Wissen auf uns übertragen möchte.

Ich möchte es nur kurz ansprechen, obwohl es in diesem Beispiel eigentlich klar sein sollte. Der Lehrer, welcher gerade mit den Schülern kommuniziert, muss sich im Klaren sein, in welcher Art und Weise er seine Botschaft aussendet. Dies tut er als Erwachsenes-Ich, denn alles was er uns beibringt, klingt, wenn man es verstanden hat, logisch. Aber wenn wir in dieser Situation die Schüler betrachten, klingt es für diese oftmals unlogisch. Sie haben daher keine Lust zu arbeiten und reagieren als Kind-Ich mit Trotz und Respektlosigkeit. Dann befindet man sich auf der „Ich bin okay (Lehrer), du bist nicht okay (Schüler)“ Ebene. Einerseits kann der Lehrer ebenso auf die nicht okay Ebene herunterfallen oder der Schüler bewegt sich auf die „okay“ Ebene. Dies wird meistens durch ein besseres Verständnis und eine bessere Selbsteinstellung vor Augen geführt. Wenn wir gerade schon bei der Selbsteinstellung sind, kommen wir doch zum Selbstbild. Der Lehrer sieht sich oft einfach nur als Menschen und Vertrauensperson, der den Schülern etwas beibringen möchte. Er ist eine Autoritätsperson, der die Aufsichtspflicht über die Schüler in diesem Moment hat. Allerdings sehen die Schüler einen Lehrer des Öfteren nicht nur als Vertrauensperson oder einen Freund, sondern eher als Spießer und Spaßverderber oder, was am Häufigsten der Fall ist, als ein kühler und strenger Elternteil, da er nur seinen Stoff, am besten so schnell wie möglich, durchgehen will und den Schülern keinen Freiraum lässt.

Anhand dieser zweierlei Bilder des Lehrers, sehen wir, dass das Bild, welches der Lehrer von sich hat, nicht mit dem Fremdbild, welches die Schüler sich von ihm bilden, übereinstimmt. Dies führt dazu, dass eine vernünftige Kommunikation und so auch ein vernünftiger, lehrender Unterricht nicht stattfinden kann.

Tipp: Du solltest in der Schule nicht immer zu einfach denken. Meistens ist hinter einem Satz immer ein Appell. Orientier dich an deinen Mitschülern und mach es denen nach. Wenn du etwas nicht verstehst, frag direkt nach, sodass du mitarbeiten kannst. Schließlich wirkt sich dies sonst auf deine Mitarbeitsnote aus. Denk auch immer daran, dass dein Lehrer dir etwas Nützliches für die Zukunft beibringen möchte. Er will dir nicht schaden!

 

Wenn wir dies alles nicht nur auf Schule und Beruf beziehen, sondern generell auf den Alltag, egal, ob zu Hause oder über soziale Medien, merken wir, dass es immer Probleme gibt.

Deine Eltern sagen dir, dass dein Zimmer mal wieder richtig unaufgeräumt aussieht. Du denkst dir wahrscheinlich „Ist doch egal, es ist mein Zimmer!“ Aber so einfach ist das meistens nicht. Deine Eltern wollen mit der Aussage bezwecken, dass du dein Zimmer aufräumst. Sie haben nur den Appell im Kopf. An den du allerdings auch denkst. Nur hast du natürlich noch andere Dinge zu tun, wie Hausaufgaben, Deinen Hobbys nachgehen oder Freunde treffen. Schließlich reicht es ja, dass Du schon zur Schule gehen musst, die Dir Deine Freizeit klaut. Deine Eltern sagen dies Dir bewusst als Eltern-Ich. Sie üben zwar Kritik an Dir aus, sind aber gleichzeitig fürsorglich. Sie wollen Dir mit ein wenig Disziplin das geordnete erwachsene Leben näher bringen. Sie sehen Dich noch nicht als Heranwachsenden, sondern noch als Kind.

Allerdings sind wir eben noch nicht so schlau und verstehen bzw. wollen es nicht verstehen, sodass wir unser Kind-Ich heraushängen lassen und gegenüber unserer Eltern mit Trotz, Respektlosigkeit und „Null Bock“ entgegnen. Deshalb sind wir sehr oft nicht zufrieden mit den Anweisungen, die uns gegeben werden. Wir sind dann nicht mehr okay. Wir versuchen mit unseren Eltern zu diskutieren und bringen diese ebenfalls auf die nicht okay Ebene. In dieser Situation macht das Kommunizieren überhaupt keinen Sinn mehr. Die Kommunikation geht in einen Streit über, in dem oft Dinge unbewusst gesagt werden, die man gar nicht meint. Man betont Wörter, die in dem Zusammenhang gar nicht betont werden sollten, sodass der Streit immer mehr außer Kontrolle gerät. Dabei ist es den Streitenden nicht bewusst, was sie gerade veranstalten. Die Außenstehenden bekommen ein Fremdbild, welches eigentlich gar nicht auf die Person zutrifft, denn man hat in dem Moment ein ganz anderes Bild von sich vermittelt, was schade ist.

Tipp: Versuche Konflikte zu vermeiden. Wenn dies nicht funktioniert, vertrete angemessen, höflich und vor allem sachlich deine Meinung. Des Weiteren kannst du auch so deine Wünsche und Gefühle äußern. Du kannst immer wieder zu deinen Eltern gehen und nachfragen, was du verbessern kannst, sei dabei aber immer bereit zu lernen. Außerdem solltest du deinen Eltern immer zuhören, sie respektieren und das Gesagte akzeptieren.

Schließlich mag so einiges für uns „dumm“ erscheinen, dennoch haben deine Eltern schon erheblich mehr Lebenserfahrung gesammelt, als du selbst.

 

Ebenso kommunizieren wir täglich über soziale Medien (z.B. Whatsapp) mit anderen. Dabei tauchen häufig Verständnisprobleme auf, da es zwar den Sender, Empfänger und die Botschaft gibt, aber der Empfänger bekommt keine Mimik, Gestik und den Tonfall des Senders mit. Man schreibt eine Nachricht, wo man sich nichts bei denkt, die der Empfänger allerdings falsch interpretiert. Es kommen daher Missverständnisse auf. Das Gleiche passiert, wenn man seine Gefühle oder Emotionen mit Smileys ausdrücken möchte. Klar gibt es Unmengen an Smileys, die Emotionen ausdrücken können. Jedoch wird dies auch oft falsch verstanden, da ein jeder eine andere Bedeutung für diese hat. Kommunikation ist also nicht nur mündlich schwierig, sondern auch schriftlich.

Tipp: Wenn Du eine Nachricht schreibst, versuche sie so ausführlich wie möglich zu schreiben und benutze keine Smileys, die mehrere Bedeutungen haben könnten. Benutze klare Worte und schreibe deine Gefühle aus, spiegel diese nicht unbedingt als Smileys wider.

 

 

Kurze Zusammenfassung:

Was ich euch eigentlich nur mitteilen und mit auf den Weg geben möchte ist, dass die Kommunikation immer Schwierigkeiten bereithält. Sie ist ein Phänomen, welches sich auf der Basis mehrere Personen abspielt. Der eine redet zu undeutlich, drückt sich nicht klar genug aus oder hat vielleicht sogar einen Humor, der für den anderen nicht bekannt ist. Der andere hört nicht zu oder stellt keine Fragen bei Dingen, die er nicht verstanden hat. Des Weiteren können beide ein falsches, negatives Selbstbild von sich haben, sodass sie in ihren negativen Aussagen bestätigt werden wollen etc. Deshalb treten oft Missverständnisse auf, welche die Kommunikation für die Gesprächsteilnehmer schwierig gestaltet oder sogar unmöglich macht.

Meine Tipps für euch:

Kommuniziert so konkret und klar wie möglich, denn dann ist die Nachricht für den Empfänger umso klarer und einfacher zu verstehen. Unkonkrete Nachrichten bewirken eher das Gegenteil. Sie sorgen für Misstrauen und Unsicherheit.

Ebenso ist es umso besser, wenn der Empfänger genau zuhört. Dadurch gibt er dem Sender das Gefühl verstanden zu werden, wodurch dieser den Empfänger eine positive Wertschätzung entgegenbringt.

Dies wiederum merkt der Empfänger, fühlt sich akzeptiert und kann besser kommunizieren.

So verstärken sich die positiven Gesprächsmerkmale gegenseitig und die Unterhaltung nimmt an Qualität zu.

 

Vertritt dich selbst in deinen Aussagen, sprich per „ich“ und nicht per „wir“ oder per „man“, wenn du etwas erreichen möchtest.

Des Weiteren sage, warum du fragst und was deine Frage für dich bedeutet, wenn du eine Frage stellst.

Sei authentisch und selektiv in deinen Kommunikationen. Mache dir bewusst, was du denkst und fühlst und wähle, was du sagst und tust.

Halte dich mit Interpretationen so lange wie möglich zurück. Sprich stattdessen deine persönlichen Reaktionen aus.

Beachte Signale deines Körpers. Er kann dir oft mehr über dich sagen als dein Verstand.

Lasse dich aber auch nicht von dem Partner hinters Licht führen, achte auf deine Wortwahl, dann kannst du eine warme, fließende Unterhaltung führen.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

7 + neun =