Nachgefragt – Schüler im Interview

Torben Strassburger, 18-jähriger Schüler der Q2, ist Sänger und Gitarrist unserer Schulband. Wer könnte besser vom Leben mit Musik erzählen?

Von Milena Stange

Seit Beginn letzten Jahres gibt es nun schon die Interview-Reihe ,,Nachgefragt – Lehrer im Interview“. Auch 2019 könnt ihr jeden Monat ein neues Interview auf unserer Seite lesen. Hier werden Lehrern Fragen zu allen möglichen Themen gestellt, denn schließlich hat auch diese Spezies interessante Geschichten und Meinungen, die es zu erfahren lohnt. Greenlionz deckt sie auf.

 

Auf jedem Schulkonzert, jeder schulischen Feier und manchmal auch versteckt im Musikraum – die Schulband taucht immer auf. Doch das war ein mal anders, denn vor ein paar Jahren gab es diese Gruppe noch gar nicht. Torben erzählt, wie die Band zustande gekommen ist und welche Rolle die Musik in seinem Leben spielt.

 

Wie bist du zur Musik gekommen?

Meine Eltern haben mich vor circa zehn Jahren beim Gitarren-Unterricht angemeldet. Da bin ich jahrelang hingegangen, habe aber immer nur im Unterricht gespielt. Vor zwei Jahren habe ich angefangen, die Gitarre auch Zuhause in die Hand zunehmen, und das wurden dann gute vier bis sechs Stunden am Tag.

 

Du hast also die Gitarre für dich entdeckt. Und was ist mit anderen Instrumenten und dem Singen?

Momentan bringe ich mir das Klavierspielen bei, auf dem Schlagzeug kann ich die Basics, wirklich gelernt habe ich aber kein anderes Instrument und das Singen auch nicht; das war von Anfang an dabei, ich habe einfach alles mitgesungen, was ich auf der Gitarre spielen konnte.

 

Wie ist daraus dann die Schulband entstanden?

,,Divided Soul“ ist die Band, die damals aus Noah Preuschoff (EF) und mir bestand. Die hatte erst mal nichts mit der Schule zu tun, aber in der Projektwoche – dort haben wir bei dem Projekt ,,Schulband“ mitgemacht – kam uns die Idee, doch mal eine richtige Band innerhalb unseres Gymnasiums aufzubauen. Natürlich gab es das Orchester und den Chor, aber das war uns ein bisschen zu lahm, wir wollten was Schnelles. Dazu kam noch, dass Frau Schindler mal erwähnt hat, dass sie es schade fände, dass es gar keine Schulband mehr gibt. So ist die Idee entstanden. Wir wussten, dass Lennart Müller (Q2) Klavier spielt und Marvin Hommeltenberg (Q1) Bass, die haben wir uns geschnappt und die Schulband ,,Divided Soul and Friends“ gegründet. Mittlerweile ist Marvin auch Teil von Divided Soul, genau wie Oliver Müller (Q2, nicht verwandt mit Lennart!), der uns auch noch in der Schulband unterstützt. Max Fehlauer (Q1) spielt in der Schulband Kontrabass.

 

Schulkonzert - Photo by NBPhotographyHat ,,Divided Soul“ eine Bedeutung?

Wir haben damals irgendwelche Namen in die WhatsApp-Gruppe geschrieben und da kam neben einer Menge Scheiß auch dieser Vorschlag. Der hat gut gepasst, weil Noah und ich ja in zwei Bands gespielt und damit ,,unsere Seelen gespalten“ haben.


Wieso investierst du so viel Zeit in die Musik? Was genau fasziniert dich daran?

Ich weiß es gar nicht genau…Man kann Gefühle ausdrücken, wenn ich mal wütend bin und irgendetwas Lautes höre, bin ich danach wieder fröhlich. Außerdem habe ich vor zwei Jahren den Gitarristen von Guns ´N Roses gesehen, der hat so schnell gespielt, das wollte ich auch können. Damit ich das, was ich höre, auch selbst spielen kann, übe ich so viel.

 

Wie fühlt es sich an, Mitglied einer Band zu sein?

Jetzt, wo alles etwas gewohnter wird, ist es anders als am Anfang. Früher haben wir uns getroffen und zusammen gespielt, mittlerweile kommt man in den Proberaum und ist eine Gemeinschaft. Wenn man dann gemeinsam spielt, kommt etwas Cooles dabei raus und man weiß: Es lohnt sich.

 

Du bist ja sogar Teil von zwei Bands. Wie ist es, ,,seine Seele zu spalten“?

Es ist gar nicht so ein großer Unterschied. Divided Soul nehmen wir etwas ernster, die Schulband baut eher auf Spaß auf, das merkt man auch an den Songs, da albern wir manchmal ein bisschen herum und probieren alles Mögliche aus.

 

Und was spielt ihr als Divided Soul?

Da ist es hauptsächlich Hard Rock, früher haben wir nur gecovert, jetzt schreiben wir auch eigene Songs.

 

Denkst du, das Bandleben hat dich verändert?

Ich glaube schon. Ob es an der Band oder an der Musik liegt, weiß ich nicht so genau, aber man muss sich nur mal angucken, was ich vor ein paar Jahren angezogen habe und was ich jetzt trage, heute sieht man mir meine Liebe zum Rock wirklich an.

 

Wie schaffst du es, bei so vielen Zuschauern, zum Beispiel hier in der Schule oder auf Gigs, entspannt zu bleiben?

Bei meinen ersten Gigs war ich richtig aufgeregt, da habe ich teilweise vorher gar nichts gegessen. Heute ist das anders; je mehr Leute aus der ersten Reihe man kennt, desto aufgeregter ist man. Die Anzahl der Menschen ist eigentlich egal, daran gewöhnt man sich. Das dauert natürlich ein bisschen, aber mit der Zeit verändert sich auch das. Ich gucke mir manchmal Videos von alten Auftritten an, da stehe ich wie ein Baum, und heute bleibe ich keine zehn Sekunden an derselben Stelle. Auch der Umgang mit kleinen Pannen wird besser. Wenn Mikros oder Verstärker mitten im Lied ausfallen, dann fängt man an, vor jedem Gig die Batterien zu kontrollieren.

 

Hat du dich denn schon mal verspielt oder versungen?

Natürlich. Das Verspielen fällt den Zuschauern oft nicht auf, aber ich merke es und rege mich da drüber auf, schließlich habe ich viel geübt. Beim Singen ist es auffälliger, wenn man mal einen Fehler macht, aber das ist auch überhaupt nicht schlimm. Ich treffe nicht immer jeden Ton, doch ich finde, beim Rock darf man das.

 

Wie sehen die Zukunftspläne mit Divided Soul aus?Schulkonzert - Photo by NBPhotography

Wir möchten irgendwann mal landesweit bekannt werden, keine Ahnung, ob das was wird, aber es wäre schon ein Traum. Über Deutschland hinaus wäre natürlich richtig cool, aber da braucht man auch Glück. Im Moment bewerben wir uns einfach überall, gucken mal, wo was ist, laden uns manchmal auch selbst ein oder werden eingeladen. Dadurch sammeln wir Erfahrung und können langsam größere Auftritte anstreben.

Seit Anfang diesen Jahres schreiben wir ja auch selbst und haben etwa zehn Songs, von denen aber nur drei oder vier wirklich gut sind, da ist es unser Ziel, die schlechteren nach und nach durch mehr bessere austauschen zu können.

 

Möchtest du mir noch einen epischen Schlusssatz liefern?

Rockmusik: Singt man schief, verstimmt man die Gitarre einfach genau so schief.