Das Ende der Kreidezeit!

Digitalisierung steckt noch in den Kinderschuhen

Von Laura Bergmann und Gwana Hasso

Heutzutage sind Medien bis ins kleinste Detail in unseren Alltag etabliert. Ständig werfen wir einen „kleinen“ Blick auf das Handy, recherchieren im Internet, schauen Filme und Serien auf Netflix und sind dauerhaft auf irgendeine Art und Weise mit den heutzutage sehr fortschrittlichen Techniken medial unterwegs.

Doch wie sieht dies in der Schule aus? In den meisten Schulen ist dies das komplette Gegenteil: Dort hat die Digitalisierung noch keinen Einzug ins Leben gefunden. Es gibt Orte, an denen die Kreide über grüne Tafeln kratzt und PCs vor sich hin stauben. Des Weiteren Orte, an denen lieber vor Suchtpotential des Internets und von Social Media gewarnt wird, statt sich mit dem zu beschäftigen und die Kinder und Jugendlichen aufzuklären. All diese Orte gibt es, doch der Ort, an dem sich Kinder und Jugendliche auf ein selbstbestimmtes Leben in einer durchdigitalisierten Welt vorbereiten können, der fehlt! Da stellt sich die Frage, wie sie diese Welt später einmal gestalten sollen, wenn sie die Abläufe und Prozesse derer nicht verstehen?!

Natürlich gibt es Lehrkräfte, die sich vor der medialen Welt nicht fürchten und im Unterricht die Medien, die sie zur Verfügung haben, nutzen. Andere wiederum greifen immer gerne auf die alte, grüne, „wunderbare“ Tafel zurück. Doch damit ist jetzt langsam Schluss! Schließlich haben sich alle Bundesländer mit der Strategie „Bildung in der digitalen Welt“ der Kultusminister-Konferenz von 2016 dazu verpflichtet, ihre Bildungssysteme auf Grundlage eines gemeinsamen Kompetenzmodells weiter zu entwickeln. Somit hat das Land NRW den Medienpass NRW überarbeitet und damit den „Medienkompetenzrahmen NRW“ aufgestellt, der nun eine verbindliche Grundlage für Konzepte zur Schul- und Unterrichtsentwicklung für das Lernen in der digitalen Welt bildet.

Das Gymnasium Hohenlimburg steck schon seit längerem in der Digitalisierung des technischen Problemfalls „Schule“. Angefangen hat wohl alles mit den Vorgaben des Landes NRW, wobei diese in Verbindung zu einigen Wünschen der Lehrerinnen und Lehrer standen, erzählt Nathalie Sayn. Wie jeder weiß, lag im Schulkeller Jahre lang der Bildschirm für den Vertretungsplan, der nach einigen „langen“ Jahren vor dem Hausmeisterbüro angebracht wurde. Dies war schon ein großer Fortschritt, doch der nächste Schritt ließ nicht lange auf sich warten: Es wurde in jedem Klassenzimmer ein Fernseher über der Tafel angebracht. Dies erleichtert den Lehrern zum Teil den Unterricht erheblich. Wobei Patrick Neuhaus vermutet, dass die meisten Lehrer zuvor schon mit Beamer und Laptop gearbeitet haben. „Schließlich gehört es mittlerweile dazu, den Schülerinnen und Schülern zu zeigen, wie man mit Medien und vor allem mit dem Internet umzugehen hat, da die ganze Digitalisierung Gefahren mit sich bringt.“ Viele Lehrer, wie Nathalie Sayn, wünschen sich auch Schulinterne Laptops für Lehrer und Schüler. Doch was bringen diese, wenn es keine vernünftige Internetverbindung gibt?! Auf Grund dessen, soll die Schule wünschenswerter Weise als nächstes mit einer vernünftigen Breitbandverbindung ausgestattet werden, verriet uns Patrick Neuhaus. Im Anschluss könnten Geräte, sprich Laptops etc., für Schüler, sowie Lehrer organisiert werden.

Doch viele Schüler fragen sich auch schon seit längerem, ob es eine Schul-App geben wird, auch gerade jetzt, wo die Oberstufe in der Hauptschule unterrichtet wird. Nicht nur die Schüler, sondern auch die Lehrer sind sich einig, dass dies wünschenswert wäre. Jedoch kann man auf Grund der Datenschutzreform dies nicht so leicht realisieren. Des Weiteren sollte die App so aufgebaut sein, dass sie eine Verbindung zum Schulsystem pflegt, damit nicht alles so aufwendig gestaltet wird. Schließlich sollte der Vertretungsplan dann auch online auf der App einsehbar sein, doch macht dies keinen Sinn, wenn er täglich neu auf manuelle Art und Weise aktualisiert werden muss. Dies sollte automatisch funktionieren!

Somit birgt die Digitalisierung viele Vorteile in sich: Die Lehrer benötigen keine Regalwand mit überfüllten Ordnern, um Unterlagen und Arbeitsblätter abzuheften, sondern können diese ganz einfach auf dem PC erstellen und abspeichern. „Betrachte ich das Fach Physik, so kann ich, dank der Digitalisierung, nahezu jedes Experiment durchführen bzw. simulieren. Dabei ist es egal, ob gefährliche Stoffe verwendet werden oder die Experimentiermaterialien zu groß oder zu teuer sind. Wir können schlecht ein Atomkraftwerk bauen, aber es ist uns möglich, anschaulich zu zeigen, was in dieser Kraftwerksart geschieht.“, so Nathalie Sayn. Des Weiteren können Schüler viel einfacher im Internet recherchieren und dies sofort in einer Präsentation ausarbeiten. Auch, wenn damit einher ein paar Gefahren kommen, da wir in einem Zeitalter, in dem oftmals „Fake-News“ in der Welt kursieren, leben. Neben den ganzen Vorteilen gibt es auch Nachteile. Dabei betont Patrick Neuhaus: „Digitale Medien sollten kein Ersatz für Arbeitsblätter, Schulbücher o.ä. sein, sondern eine sinnvolle Ergänzung!“ Schließlich kann man an einem Text, der auf einem Arbeitsblatt abgedruckt ist, sinnvoller arbeiten, da man ihn markieren kann und nicht die ganze Zeit auf einen Bildschirm starrt. Dies kann nämlich die Augen schädigen, sofern kein Blaufilter angewandt wird. Dabei betont Nathalie Sayn ausdrücklich, dass aus diesem Grund jegliche Art der Medien nur auf eine sinnvollen Art und Weise eingesetzt werden soll.