Q2 Schüler im Motorsport-Fieber

Max Renfordt kooperiert mit Paderborner Gymnasium und organisiert mit seinem ehemaligen Lehrer Marvin Wehrmann eine Motorsport-Ausstellung

Von Laura Bergmann

Die meisten Oberstufenschüler wissen noch gar nicht, was sie nach dem Abitur machen wollen. Dabei rückt der finale Schulabschluss immer näher und viele Stellen sich die Frage: „Abi in der Tasche. Und was nun???“

Dabei ist „alle“ wohl nicht ganz richtig, denn ein Schüler weiß es schon ganz genau: Max Renfordt, Schüler der Q2 am Gymnasium Hohenlimburg. Seit seiner Kindheit träumt Max davon eines Tages Motorsport-Kommentator zu werden.

Im Interview erzählt er, dass es nicht unbedingt Motorsport-Kommentator sein muss, sondern, dass auch das Berichten über Rennen reichen würde. Allerdings betont er dabei: „Motorsport-Kommentator wäre schon echt genial!“

Erste Erfahrungen konnte Max bereits als Rennberichterstatter sammeln. Er schrieb bis vor einem Jahr für „TheF1life“ englische Artikel und berichtete über Rennen oder griff alte Rennen in den Wintermonaten erneut auf. Mittlerweile schreibt er bei einer größeren und deutschsprachigen Seite über die Ereignisse in der Motorsportwelt (nringinfo). Seine Zeit bei „TheF1life“ sah Max als große Bereicherung an, da er dadurch unter anderem sein Englisch verbessern konnte. Nebenbei hat es ihm sehr viel Spaß gemacht. Max resümiert, dass „TheF1life“ ihm „die Türen in diesem Bereich geöffnet“ hat.

Der zukünftige Motorsport-Journalist verfasst nicht nur selbständig und sehr fleißig einige Artikel über die Rennen, sondern besucht diese des Öfteren auch. Er erzählt, dass die Stimmung großartig ist. „Ich vergleiche es immer sehr gerne mit einem Fußballspiel. Nur im gegenteiligen Sinne! Beim Motorsport hat jeder seine eigenen Favoriten, aber es gibt in dem Sinne keine verfeindeten Lager, die sich untereinander anpöbeln“, erklärt Max. Seiner Meinung nach hat das Ganze eine gewisse Ähnlichkeit mit einem Volksfest, da sich jeder mit jedem gut versteht und man sich untereinander über die gleiche Sache unterhalten kann. Einen besonderen Reiz sieht Max dann eben auch in der Geschwindigkeit der Rennwagen und deren lauten Motorengeräusche.

Zu den Rennen nimmt er seinen Vater sehr gerne mit. Dieser begeisterte Max in frühster Kindheit für den Motorsport. Seither sind sie ein gutes Team, welches das gemeinsame Hobby gerne auslebt. Zudem weiß Max, dass sein damaliger Klassenlehrer Herr Wehrmann, der mittlerweile an einer Schule in Paderborn tätig ist, auch ein begeisterter Motorsport-Fan ist. Herausgefunden hat er dies mit seinen Klassenkameraden, als sich Herr Wehrmann damals als neuer Lehrer vorgestellt hatte. Nach und nach haben die beiden sich immer mal wieder über ihr Hobby unterhalten. Dabei kam auch heraus, dass Max ein online Autorennspiel spielte, bei dem Herr Wehrmann einst als „Administrator“ in der online-Community gearbeitet und sogar programmiert und „gepatcht“ hat.

Auch Herr Wehrmann besucht mit seinem Vater und einem seiner Freunde seit vielen Jahren den Nürburgring, den Hockenheimring, oder andere Rennstrecken in Belgien oder Frankreich. „Per Zufall habe ich Max mal bei einem 24h-Rennen am Nürburgring getroffen. Dort haben wir dann zusammen den Zieleinlauf verfolgt“, erzählt Herr Wehrmann. Auf Anhieb haben sich auch die Begleiter sehr gut verstanden, sodass die Parteien beschlossen, sich beim nächsten Mal wieder am „Ring“ zu treffen. So kommt es, dass sie sich mittlerweile immer mal wieder gerne zu fünft an der Rennstrecke treffen. „Zusammen haben wir immer sehr viel Spaß“, teilt Max mit.

Wer glaubt, dass das schon alles über Max und sein gemeinsames Hobby mit Herrn Wehrmann ist, hat sich geschnitten! Herr Wehrmann leitet mittlerweile an seiner neuen Schule, dem Gymnasium Theodorianum, eine Motorsport-AG. Ziel dieser zwölfköpfigen AG ist es eine Ausstellung über Tazio Nuvolari und Michael Schumacher zu planen, zu entwerfen und zu realisieren. Zu dieser Idee kam es, als die Schulleitung des Theodorianums zu Besuch in der Paderborner Partnerstadt „Mantua“ war. Dort hat die Paderborner Reisegruppe unter anderem das Museum des Rennfahrers „Tazio Nuvolari“ besucht. Nach einigen Überlegungen vor Ort und zu Hause kam die Idee auf, in Paderborn eine Ausstellung, in der Nuvolari mit Schumacher gegenübergestellt wird, zu realisieren. Als Herr Wehrmann dann auf der Lehrerkonferenz von der Idee einer Ausstellung über diese beiden Rennfahrer hörte, war er begeistert. „Michael Schumacher ist eben mein Kindheitsheld und Jugendidol gewesen“, erzählt Herr Wehrmann. Als die grobe Konzeption der Ausstellung stand und den Mitgliedern klar war, dass sie auch über Rennen berichten wollen, wurde der Umfang der Arbeit immer größer. Es war klar, dass die neun Schüler des „Theos“ dies alles nicht allein stemmen können. „Ich wusste ja, dass Max auch für Motorsport lebt und bereits etwas professioneller über Rennen berichtet. Als wir dann samstags mal wieder mit der AG zusammensaßen, habe ich Max einfach spontan angerufen und habe ihn gefragt, ob er Lust hat ein paar Rennberichte über Michael Schumacher mit einem meiner Schüler zusammen zu verfassen.“, so Herr Wehrmann.

Max war voller Freude sofort einverstanden und erzählt, wie die Kommunikation aus gut Hundertkilometern  Entfernung funktioniert hat. Ausgetauscht haben die beiden Schüler sich hauptsächlich über WhatsApp, aber auch die ein oder andere Mail musste geschrieben werden.

Mittlerweile ist Max ein festes Mitglied einer AG an einer anderen Schule. Er wird akzeptiert, respektiert und „belehrt“ an der ein oder anderen Stelle nicht nur die AG-Teilnehmer, sondern auch den AG-Leiter. Durch den respektvollen Umgang untereinander und die gute Zusammenarbeit der AG-Mitglieder wurden alle Texte rechtzeitig fertig. Zurzeit werden die letzten Exponate für die Ausstellung organisiert, dass bald mit dem Aufbau der Ausstellung begonnen werden kann.

Das Endprodukt der AG kann man ab dem 05. Oktober im Eingangsbereich des Kreishauses in Paderborn ohne jeglichen Eintritt besichtigen. Die Eröffnung der Ausstellung findet abends um 19 Uhr statt. Alle Interessenten, die sich genauso für den Motorsport begeistern oder auch einfach mal sehen möchten, was Schüler eigenhändig auf die Beine stellen können, sind herzlich eingeladen, sich die Ausstellung anzuschauen.

Max wird sich das fertige Produkt derer Teamarbeit auch ansehen. Dabei bedauert er, dass er leider nicht am Tag der Eröffnung dabei sein kann. „Nicht direkt am Eröffnungstermin, aber danach auf jeden Fall!“

In dem Sinne hat Max großes Glück, dass er zurzeit schon journalistisch in der Motorsportwelt unterwegs sein kann und seinem ehemaligen Lehrer unter die Arme greifen darf. Dadurch kann er weitere Erfahrungen für die Zukunft sammeln.

Das Schulen untereinander kooperieren ist wohl jedem klar, dass aber ein Schüler einer anderen Schule an einer AG teilnimmt, ist etwas Besonderes!

Von daher wünschen wir Max für die Zukunft alles Gute und hoffen, dass er schon bald in seinem Traumberuf tätig sein wird.

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