Studienfahrten nach Cornwall und Berlin

Teil 1: Zwischen Fish’n’Chips und Schwarztee

Nach elf Jahren Schule macht die Q2 jährlich eine Abschlussfahrt. Für die Schülerinnen und Schüler ist dies  eine der letzten Gelegenheiten, intensiv Zeit miteinander zu verbringen und schließlich gemeinsam in das letzte Schuljahr zu starten. Dabei wird das Ziel von den jeweiligen Leistungskurs-Lehrern bestimmt und die Reise geplant.

Dieses Jahr fuhren der Mathe- und der Physik-Leistungskurs nach Berlin. Dahingegen besuchten der Deutsch-Leistungskurs, der Biologie-Leistungskurs und zwei der Englisch-Leistungskurse England. Der Weg führte sie über den Ärmelkanal nach Cornwall und London.

 

 

Von Laura Bergmann

So haben sich die vier Leistungskurse mit 84 Schülerinnen und Schülern und fünf Lehrerinnen bzw. Lehrern in der zweiten Schulwoche auf den Weg nach England gemacht. Für uns England-Fahrer begann die Studienfahrt bereits am Sonntagabend, als wir uns um 21:30 Uhr an der Rundturnhalle trafen. Für den Weg nach Dunkerque (Frankreich), um dort mit der Fähre nach Dover (England) überzusetzen, war die „Party“ im Bus bereits vorprogrammiert. Auf der Fähre, die schließlich Dunkerque in der Morgendämmerung verließ, kehrte dann jedoch erst einmal Ruhe ein. Denn schließlich stand uns ein langer Tag bevor, den wir energiegeladen, munter und fröhlich angehen wollten. In Dover angekommen fuhren wir  mit dem Bus unserem Ziel entgegen. Durch den dichten Verkehr rund um London, verzögerte sich durch zahlreiche Staus unsere Ankunft am „Eden Project“ um drei Stunden. Das „Eden Project“ ist ein Nachhaltigkeitsprojekt, welches weltweit für seine botanische Vielfalt bekannt ist.

Vor Ort bekamen manche erst einmal einen kleinen Schock, denn geschlafen wurde in kleinen Containern, die den vier Bewohnern nur sehr wenig Platz boten. Einige machten sich daraus einen Spaß und erklärten die Stufenfahrt kurzerhand zur „Schüler Big Brother“ Show. Nachdem wir uns ein wenig mit den Zimmer angefreundet hatten, ging es mit einer „Bimmelbahn“ zum zentralen Gebäude des „Eden Project“, in dem wir täglich unser Frühstück und Abendessen serviert bekamen.

Am Dienstagmorgen fuhren wir mit unseren Reisebussen nach Exeter, der Hauptstadt Devons, um uns dort eine Kathedrale anzusehen. Nachdem wir diese von Außen wie von Innen erkundet hatten, durften wir in Kleingruppen auch die Stadt genau unter die Lupe nehmen. Egal, ob Shopping in der Shoppingmeile, Essen in Restaurants oder eine Besichtigung von Ausstellungen – für jeden war etwas dabei. Doch man sparte sein Geld, denn jeder wusste,  dass es am Ende der Reise ja noch nach London geht.

Am Mittwoch ging es dann an die Küste. Lands End: Dies ist eine Ortschaft, die sich am westlichsten Punkt Englands befindet. Die Küste, die uns eine traumhafte Landschaft und türkises Wasser zeigte, bot für uns ein tolles Fotomotiv und einen guten Hintergrund für das ein oder andere Selfie. Obwohl es an der Küste ziemlich windig war, sodass der ein oder andere aussah, als hätte er in der Steckdose geschlafen, zeigte sich für die Britische Insel eher untypisch immer wieder die Sonne. Bei Sonnenschein wanderten wir nun über die saftigen Wiesen und teilweise steinigen Wege entlang der Küste bis zum „ersten und letzten“ Pub Englands, wo sich der ein oder andere ein Andenken kaufte. Am Nachmittag war eigentlich nichts mehr geplant, doch bekamen wir dort die Chance, das Eden Project einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. „Eigentlich war dies direkt für Montag geplant, doch durch den Verkehr und unsere späte Ankunft haben wir dies am Montag nicht mehr geschafft.“, so Herr Neuhaus, der vor Ort die Leitung der Reisegruppe übernahm.

Die kugelartige Anlage beherbergt  zwei Biome, in denen  ein Regenwald und ein mediterraner Garten aufblühen, brachte uns zum Staunen. Auch das Außengelände verzauberte uns förmlich, da hier zahlreiche Pflanzen wuchsen, die mit vielen Info-Tafeln erklärt wurden. In dem Gartenlandschaftspark waren außerdem abstrakte Skulpturen eingebettet.

Am nächsten Morgen ging es mit gepackten Koffern und Proviant nach London. Auf dem Weg zu unserem Ziel machten wir in der Grafschaft Wiltshire in der Nähe der Stadt Salisbury, Halt, um dort die bekannteste Steinkreisanlage der Welt zu besichtigen: Stonehenge. Seit 1986 zählt die Grabanlage, welche von mehreren Steinkreisen umgeben ist, zum Weltkulturerbe. Über Audioguides wurde uns die Bedeutung und Funktion der jungsteinzeitlichen Anlage vermittelt. Fasziniert von den senkrecht und waagerecht liegenden Steine wurden zahlreiche Fotos geschossen und auf den verschiedenen social medias geteilt.

Umso näher wir schließlich unserem eigentlichen Ziel London kamen, desto mehr Verkehr kam auf. Endlich angekommen an unserer zweiten und letzten Unterkunft, dem Rest Up Hostel, zog unsere große Gruppe erst einmal los, um in einer nahegelegenen Anlage, die letztendlich nur aus Restaurants und Pubs bestand, zu Abend zu essen. Im Anschluss ging es an die Themse, um dort die beleuchtete Tower Bridge und den Tower of Londen zu sehen. Beleuchtet, wie diese Sehenswürdigkeiten waren, boten sie unserer Reisegruppe eine tolle Möglichkeit Fotos zu machen. Am späten Abend erst zurück in den auf den ersten Blick wenig einladend wirkenden kleinen, gefängnisartigen Zimmer unseres Hostels, konnten wir dennoch genügend Energie für den nächsten Tag sammeln.

Am nächsten Morgen ging es, nachdem die bereits wieder gepackten Koffer zügig  im Bus verstaut waren, mit der U-Bahn zum London Eye. Das große Riesenrad bot  uns für 30 Minuten in einer Höhe von 135 Metern eine fantastische Aussicht über ganz London. Doch was ist ein Besuch in London ohne einen Besuch bei der Queen im Buckingham Palace? So durften die vier Leistungskurse sich in mindestens 3er-Gruppen, ausgestattet mit U-Bahn-Karten, ihren eigenen Weg durch ganz London suchen. Die meisten bevorzugten es, zunächst den Buckingham Palace zu besichtigen. Auch die Westminster Abbey, der Hyde Park oder die St. Paul‘s Cathedral, in der Prinz Charles und Lady Diana getraut wurden, wurden von unseren kleinen Gruppen besichtigt.

Aber nach den ganzen Sehenswürdigkeiten, war klar, dass das zuvor gesparte Geld nun in London bleiben musste. Somit ging es in Richtung Oxford Street – der Einkaufsstraße der britischen Hauptstadt. Dort wurden kleine Geschenke für die Familie und Freunde, Andenken an die Stadt oder Kleidung für sich selbst gekauft. Mit vollgepackten Taschen und der Vorfreude auf die Familie ging es am Abend mit dem Bus und der Fähre zurück in die Heimatstadt Hohenlimburg. Die angenehme Rückfahrt gab uns die Zeit, um das Erlebte Revue passieren zu lassen. „Es war eine extrem schöne Zeit! Schließlich konnte ich viel mit Freunden unternehmen und gemeinsam mit ihnen etwas Neues entdecken.“, sagte Q2-Schüler Patrick Banczyk. Doch viele kritisierten die langen Busfahrten und den ständigen Verkehr, denn der hatte geplanten Ankunftszeiten des Öfteren verzögert. Doch Lehrer Patrick Neuhaus, war zufrieden. Er ist der Meinung, dass vor Ort alles super funktioniert hat „Das Einzige was ich sehr schade finde, ist, dass wir keinen gemeinsamen Abschlussabend in London hatten.“ So erzählte er, dass zunächst ein Abschluss in einer Karaoke-Bar geplant war. Doch wollte uns keine Bar aufnehmen, da wir eine sehr große Gruppe waren und zu viele von uns noch unter 18 waren. Dennoch war es eine schöne Fahrt, an die wir uns sicherlich gerne erinnern werden.