Eine Reise in die Vergangenheit – das jüdische Leben in Hohenlimburg

Geschichte-GKs der Q2 begeben sich auf Spurensuche in ihrer Heimatstadt

Von Michelle Rutschke

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 fand in Deutschland und in Österreich die vom Nationalsozialismus organisierte Reichspogromnacht statt. Fenster wurden eingeschlagen, jüdische Häuser in Brand gesteckt, Juweliere geplündert und Synagogen zerstört. In Folge dessen waren unzählige Juden, vor allem jüdische Familien, zur Flucht gezwungen. Etliche erlitten Misshandlungen, wurden ermordet und durchlebten schwerste Traumata…Auch in Hohenlimburg.

Dieses Ereignis erinnerte uns auch in diesem Jahr an die schrecklichen und grausamen Gewalttaten des nationalsozialistischen Regimes gegen zahllose Juden.

Angesichts des diesjährigen Gedenktages an die Opfer der Pogromnacht nahmen die Q2 Geschichts- GK Kurse von Frau Queitsch und Herrn Neuhaus an einer Exkursion  in Hohenlimburg  teil, um das frühere Leben der Juden und dessen drastische Wende kennenzulernen.

Der Lehrer des Rahel-Varnhagen-Kollegs, Pablo Arias, sowie seine Schüler, leiteten die am letzten Freitag stattgefundene Führung quer durch Hohenlimburg.

Der Treffpunkt war die im Jahr 1870 erbaute Synagoge an der Jahnstraße. Dort wurde zur Einführung ein Vortrag über die Geschichte dieser jüdischen Kirche gehalten. In der Zeit vor dem Pogrom diente die Synagoge als Schulhaus, in dem nachmittags Hebräisch- und Religionsunterricht gegeben wurde. Später fungierte sie auch als Wohnort für einige Juden, bevor diese in Konzentrationslager deportiert worden sind. Schließlich zertrümmerten die Nationalsozialisten das Gotteshaus in der Nacht vom zehnten November, indem sie zuerst die Fenster einschlugen, dann den Davidsstern abrissen und eine halbe Stunde später die Synagoge fast vollends zerstörten. Durch den in späteren Jahren gelungenen Wiederaufbau kann man die Kirche heute als Museum besuchen.

Als nächstes ging es in die Hohenlimburger Innenstadt. Vor Ort nahm der Kurs viele verschiedene Informationen zu einigen jüdischen Familien auf, die dort in der Zeit um 1938 gelebt haben. An die meisten der Juden, sofern ihre Daten bekannt waren, wird in ganz Hohenlimburg verstreut mit Stolpersteinen erinnert. Einige davon finden sich zum Beispiel vor der Postbank oder am Bentheimer Hof.

Das letzte Ziel der Tour war der jüdische Friedhof an der Heidestraße. Beim Betreten des geschützten Baudenkmals fielen einem erstmals die verstreuten, alten und verwahrlosten Steingräber ins Auge. Auf einigen von ihnen lagen Steine, eine alte Tradition, um die Verstorbenen zu ehren. Bei vielen der dort Beerdigten handelt es sich um äußerst junge Juden, die meisten davon sind aufgrund des Holocausts kaum 30 Jahre alt geworden.      Heute finden dort keine Beisetzungen mehr statt und der Friedhof ist geschlossen.

 

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