Der Greenlionz-Adventskalender: Türchen Nr. 20

Weihnachtsheld Rudolph ist Produkt einer tragischen Geschichte

Greenlionz-Redaktion

Er gehört zu den wohl bekanntesten Weihnachtshelden. Rudolf, das Rentier. Seine Geschichte fasziniert Kinder rund um den Globus und nicht selten halten Kinder an Heiligabend Ausschau, ob sie die blitzende Nase am Firmament erhaschen können. Die Geschichte des kleinen Rentiers hängt eng mit seinem Erfinder zusammen. Der Spiegel schrieb im Jahr 2015 folgenden Artikel:

https://www.spiegel.de/geschichte/rudolph-the-red-nosed-reindeer-die-geschichte-hinter-dem-weihnachtssong-a-1065205.html

Eines Tages fragte Bob Mays kleine Tochter ihn: „Warum ist Mami nicht wie jede andere Mami?“ Er war am Boden zerstört – denn hinter der Frage steckte eine Tragödie. Seine geliebte Ehefrau lag im Sterben, sie drohte den Kampf gegen den Krebs zu verlieren.

Um seine Tochter Barbara zu trösten, erzählte er ihr eine Geschichte mit einem ungewöhnlichen Helden: Rudolph – einem schwächlichen Rentier, das auch ganz anders war als all die anderen, normalen Rentiere.

Die Mays waren damals so arm, dass er Barbara nicht einmal ein Weihnachtsgeschenk kaufen konnte. Und so beschloss er, die Geschichte in einem Kindermalbuch aufzuschreiben. Er zeichnete Rudolph, ein zu klein geratenes Rentier, das von den anderen wegen seiner rötlich glänzenden Nase gehänselt und drangsaliert wurde. Gerade noch rechtzeitig vor Weihnachten schaffte Bob May es, das Buch fertigzustellen.

Eine Weile später erfuhr Bobs Chef, Leiter der Kaufhauskette Montgomery Ward, wo May als Werbetexter arbeitete, von Rudolph. Geschäftstüchtig wie der Boss war, bot er 1939 an, ihm die Rechte für das Malbuch abzukaufen. May stimmte zu, in der Hoffnung, seine Schulden so ein wenig schmälern zu können.

Happy End für den Texter

Das Buch wurde ein Verkaufsschlager bei Kindern und ihren Eltern. Aber Pechvogel Bob May verdiente fast nichts daran, da er die Rechte ja zuvor – für ein bescheidenes Entgelt – an Montgomery Ward abgetreten hatte.

Doch diesmal wendete sich endlich das Blatt für den vom Pech Verfolgten. Es gelang ihm, den gutmütigen Kaufhausdirektor zu überreden, ihm die Rechte zurückzuübertragen. Und es kam noch besser: Mithilfe seines Schwagers machte May aus der Geschichte einen Song über „Rudolph, the Red-Nosed Reindeer“, der zu einem Überraschungshit werden sollte.

Die erste gesungene Version wurde 1949 von Gene Autry und den Pinafores als Hintergrundchor in nur einem Take eingespielt. Erst nach langen Überredungsversuchen seiner Frau Ina, die sich in das schwache Rentier verliebt hatte, war Autry bereit gewesen, das Lied zu singen. Und erntete dafür prompt eine Goldene Schallplatte.

1951 kündigte Bob May seinen Job bei Montgomery und widmete sich ganz dem Vertrieb der Lizenzen seiner Rudolph-Figur. Binnen vier Jahren nach Erscheinen machte das Rentier May zum Millionär. Und noch heute lässt der Song über das rotnasige Rentier alle Jahre wieder die Kassen klingeln.