Trotz Schulschließung: Bei der Schülerzeitung brennt noch Licht!

Corona-Tagebuch: Schreibt uns eure Geschichten aus dem „Homeoffice“- Weitere Einträge unter „Greenlionz“

Von Greenlionz-Redaktion

Noch vor wenigen Wochen wurde über die ständigen Hinweise zum korrekten Händewaschen geschmunzelt. Inzwischen ist es bitterer Ernst. Corona unterschätzt? Vielleicht…

Fakt ist, dass wir seit nunmehr einer knappen Woche nicht in der Schule sein dürfen. Lehrer und Schüler organisieren sich online. Gelernt wird im Homeoffice. Das erfordert Disziplin und Durchhaltevermögen. Disziplin insbesondere deshalb, weil es nun heißt, dass eine gesamte Gesellschaft zusammenhalten muss. Die Verhaltensregeln der Regierung sind verpflichtend umzusetzen. Im Falle einer Nichteinhaltung drohen Ausgangssperren. Allein der Gedanke an eine derartige Freiheitsbeschneidung schüchtert ein – scheint jedoch nötig, da sich zu viele Menchen nicht an diese wichtigen Maßnahmen halten.

Daher wollen wir wissen, was ihr in euren vier Wänden treibt. Habt ihr Langeweile? Was tut ihr dagegen? Wie fühlt ihr euch? Was ist euch witziges passiert? Egal was, schreibt es uns und sendet den Text (am besten mit Bild!) an schuelerzeitung@gymnasium-hohenlimburg.de .

Einen ersten Einblick gibt Q2-Schülerin Milena Stange:

Hundespaziergänge, Bücher und Podcasts – so sieht mein Leben im Moment aus. Und ich bin alles andere als abgeneigt! Für mich persönlich ist die Situation eigentlich perfekt: Ich stehe wie immer um fünf Uhr auf, lese ein bisschen und trinke Tee, gehe dann mit dem Hund spazieren, lerne fürs Abi, koche und genieße den restlichen Tag wieder mit Tee und Büchern. Mehr Zeit zum Lesen, Sport machen (natürlich nur in Form eines Home-Workouts) und lernen – aber vor allem: Ruhe. Ganz ohne Menschen ist es zwar auch für mich schwierig, aber mit der aktuellen Isolation komme ich sehr gut klar. Natürlich würde ich meine Freunde und auch meine Großeltern gerne live sehen und in den Arm nehmen können, aber allgemein komme ich wirklich gut alleine klar.

Ich kann mir aber auch vorstellen, dass das für den ein oder anderen deutlich schwieriger ist und irgendwann drehe selbst ich durch; zum Beispiel dann, wenn die Spaziergänge mit dem Hund zu einem ein Im-Kreis-Laufen durch den Garten werden. Andererseits bin ich mehr als dankbar, überhaupt einen kleinen Garten zu haben, oder ein Zimmer, das groß genug ist, um ein bisschen Sport zu treiben oder meine Eltern und meinen Hund, die wenigstens komplette Einsamkeit verhindern. Und genau das sollten wir alle meiner Meinung nach aus der Corona-Krise mitnehmen, so schrecklich sie auch sein mag: Dankbarkeit.

Die meisten von uns sind gesund und nicht gefährdet, können sich einigermaßen in ihren vier Wänden bewegen, haben die Chance, über Handys und Laptops mit ihren Herzensmenschen im Kontakt zu bleiben und dürfen die Zeit jetzt nutzen, um mal ein wenig zur Ruhe zu kommen.

Ich weiß, wenn das Klopapier ausgeht, wird es mit der Ruhe schwierig, aber auch das fördert nur die Kreativität. Vielleicht klingt es ein bisschen seltsam, aber man sollte sich auf den Gedanken einlassen, dass sowohl wir Menschen als auch unser Planet genau das gerade braucht. Viele entschleunigen ihr Leben durch weniger Arbeit und schulfrei, finden Zeit für das, wofür sonst keine Zeit ist, kümmern sich besser um ihren Körper (wobei dazu eigentlich kein Virus nötig sein sollte!) und lernen zu schätzen, was sie haben.

Gleichzeitig gibt es weniger Verkehr – besonders in der Luft – weniger Konsum, weniger Produktion, weniger von all dem, was die Umwelt seit Jahrzehnten stark belastet. Also: Das Ganze hat – wie alles im Leben – seine guten Seiten. Und wenn ich mal zu viel über die schlechten Dinge nachdenke, erinnert mich die kleine Blumenwiese, die ich an eine Tafel in meinem Zimmer gezeichnet habe, daran, dass alles gut werden wird.

Natürlich heißt das nicht, dass man die Gefahren ignorieren oder sogar verleugnen sollte. Es ist wichtig, dass wir uns jetzt auf unsere Solidarität berufen und vernünftig bleiben. Niemand kann alleine die Welt retten, aber ein Einziger kann sie zerstören. Deshalb ein kleiner Appell: Lebt in den nächsten Wochen so, dass ihr am Ende sagen könnt, dass ihr euer Bestes gegeben habt. Man muss nicht weinend in der Ecke sitzen oder sich in einem Glaskasten verschanzen, aber seid bitte vernünftig, und wenn es nur für euer eigenes Gewissen ist. Dann werdet ihr schnell sehen, dass sich durchaus einiges aus so einer Situation mitnehmen lässt, denn wir lernen die Freiheit erst zu schätzen, wenn sie uns genommen wird. Und noch was: Seid Vorbilder. Egal ob ihr Geschwister habt oder nicht, zeigt Jüngeren (und leider auch Älteren), was es bedeutet, in schweren Zeiten Mut und Stärke zu bewahren.