Corona-Tagebuch

Humanität und Solidarität wichtiger denn je

Von Celina Darmstädter

Zu meinem Glück ist mein Homeoffice eine große Dachterasse mit dem Blick über ganz Hohenlimburg. Unter klarem Himmel, bei warmen Sonnenstrahlen und dem leichten Frühlingswind, plane ich mir meine Tage durch, um der Langeweile zu entkommen. Auf meiner To-Do-Liste arbeite ich Stück für Stück meine Schulaufgaben ab, ich erledige Haushaltsaufgaben oder plane meine Choreografie für meine besondere Lernleistung. Während ich die Ruhe bewahre und nicht in Panik ausbreche, schaue ich runter und erkenne die Aufgebrachtheit und die Angst der Menschen.

Der Grund: Corona. Man hört und liest nichts anderes mehr. Ob im Fernsehen, im Radio oder im Einkaufsladen, wenn man noch versucht die letzten Erledigungen zu machen, falls dann doch bald die Quarantäne eintritt. Doch blickt man in die Regale, so sieht man nichts mehr. An den Läden kleben bereits Zettel auf denen steht, dass nur maximal zwei Pakete von Zewa und Toilettenpapier erlaubt sind. In den Nachrichten liest man, dass Menschen sich wegen 50kg, ich betone Kilogramm, Mehl schlagen. Die Nudeln sind bis auf zwei Pakete völlig leer gekauft und von Desinfektionsmittel ist seit Wochen schon keine Rede mehr. Natürlich hat man Respekt und es scheint alles so ungewohnt. Aber trotz allem stelle ich mir die Frage: Wo bleibt unsere Humanität & Solidarität? In einem Land wie Deutschland werden wir auch während der Quarantäne nicht hungern müssen. Hamsterkäufe sind vollkommen überflüssig, denn auch wenn wir nicht mehr aus dem Haus dürfen, haben wir noch Nachbarn, die man mal höflich nach etwas fragen könnte. Sogar im Notfall ist es in Italien erlaubt, dass die Menschen in die Läden dürfen. Es ist nur angepasst und mit Sicherheitsmaßnahmen vorgeschrieben, aber niemand muss hungern.

Auch wir nicht in Hohenlimburg.

Seid rücksichtsvoll und denkt an Menschen, bei denen der Coronavirus eine ernstzunehmende Gefahr darstellt. Bietet älteren Nachbarn an, das Nötigste für sie einzukaufen, um sie somit vor dem Virus zu schützen. Akzeptiert die Entscheidungen der Bundesregierung und respektiert, dass Menschen älteren Alters gefährdeter sind. Es liegt dieses Mal an jedem Einzelnen von uns und dafür ist Zusammenhalt gefragt, aber ich vertraue in die Menschheit und hoffe sehr, dass es alles bald ein Ende nimmt.