Trotz Corona die Leidenschaft verfolgen

Tanzen über Hohenlimburgs Dächern

Von Celina Darmstädter

Was ist, wenn die Welt plötzlich still steht und jegliche Freizeitangebote gestrichen sind?

Wie ich aber dennoch während der Coronakrise meiner Leidenschaft – das Tanzen – von zuhause aus weiterhin nachgehen kann.

In der Welt dreht sich alles rund um den Coronavirus. Erst schlossen die Schulen ab dem 16. März ihr Türen, darauf folgten Sportvereine und Fitnessstudios und schließlich haben nur noch unerlässliche Geschäfte wie Supermärkte sowie Arztpraxen und Apotheken geöffnet.

Besonders für uns Jugendliche ist dies eine ungewohnte Situation, da wir uns sonst in der Freizeit oft mit Freunden treffen oder einem Hobby nachgehen, welches sich außerhalb der eigenen vier Wände befindet. Nun sind diese Möglichkeiten jedoch gestrichen. Um der Langeweile dennoch zu entkommen, haben sich die Sportvereine etwas überlegt.

Ich habe mir mein Tanzen nach Hause geholt.

Für gewöhnlich gehe ich einmal die Woche für ca. 1 1/2 Stunden zum Training in die Tanzschule Rock und Pop. Durch die momentane Situation ist der Tanzunterricht wie gewohnt leider nicht möglich. Doch auch dafür hat meine Trainerin Evelyn Hieb eine Lösung gefunden. Während die einen Onlineseminare anbieten, bekommen wir jede Woche Tutorials zugeschickt. „Am Anfang der Woche filme ich immer Tutorials ab, damit ich dann Material für die ganze Woche habe, in der eigentlich die Kurse gewesen wären.“ so Tanzlehrerin Evelyn Hieb.

Das erste Tutorial kam bereits am letzten Donnerstag zu dem Song „Own it“ von Ed Sheeran. Damit wir zum einen die Richtung der Schritte klar erkennen aber auch die genaue Ausführung sehen können, bekommen wir die Videos einmal von hinten geschickt sowie auch von vorne. Während den Tutorials erklärt uns unsere Tanzlehrerin sowohl die Choreo in gezählter Form als auch schwere Stellen, auf die wir besonders achten müssen. Als ich mir die Tutorials ansah, um den Tanz zu lernen merkte ich jedoch schnell, dass es einen deutlichen Unterschied macht, die Choreo zuhause vor dem Spiegel alleine zu üben als sonst mit meiner ganzen Tanzgruppe. Ein wichtiger Bestandteil des Trainings fehlt. Und zwar die Kommunikation. Mal eben eine Frage stellen oder ein kurzes Feedback zu erhalten ist in dieser Form nicht sofort möglich. So sieht es auch Evelyn: „Die Kommunikation ist einfach eingeschränkt und auch der gemeinsame Ehrgeiz fehlt. Zudem ist das was im Tanzunterricht für den Trainer eigentlich am meisten Spaß macht, zu sehen wie die Schüler sich verbessern. Also den ganzen Lernprozess der Schüler zu beobachten und das fällt jetzt leider halt auch weg.“

Neben den unausweichlichen Schwierigkeiten sehe ich persönlich jedoch auch Vorteile. Dadurch, dass ich mich filmte sobald ich die Choreo konnte, sah ich an welchen Stellen ich noch arbeiten musste und welche Schritte vielleicht noch nicht perfekt saßen. So hatte ich die Zeit mich selbst zu analysieren und somit zu verbessern. „Ich glaube auch, dass einige in der Zeit jetzt einen Fortschritt machen können, da sie sehen was sie gut machen oder noch verbessern könnten.“ betont Evelyn Hieb.

Bisher sind die Tutorials sehr gut angekommen erzählt Evelyn. „Ich habe auch schon Videos per Whats App erhalten oder einige haben es sogar auf Instagram hochgeladen. Ich glaube es ist einfach das Beste was wir aus dieser Situation jetzt machen können!“ Und auch ich bin froh, dass meine Tanzlehrerin sich die Mühe macht, um die Tutorials zu erstellen um mir wenigstens ein bisschen vom Alltag wiedergibt und mich somit von dem Chaos in der Welt ablenkt. Denn jetzt heißt es: Bleibt zuhause. Es gibt nichts was ihr nicht zuhause machen könnt. Ihr müsst nur kreativ werden und wenn selbst ich zuhause weiter auf der Dachterasse tanzen kann, kannst du es auch!