Corona-Tagebuch: Zwischen Freiheit und Einschränkung

Von Diane Groll

Der Corona-Virus hält die ganze Welt in Atem. Tausende Tote, Verweigerung ärztlicher Hilfe, Ausgangssperre und beschränkter Einkauf von Lebensmitteln. Trotzdem weigern sich immer noch Menschen, sich die Krise einzugestehen. Sie schicken ihre Kinder unbesorgt zu Oma und Opa und protestieren gegen das Partyverbot.

Anders sind jene, die befürchten zu verhungern oder ihnen könnte das Toilettenpapier ausgehen. Eine Frau gingen wegen der 1-Paket-Beschränkung von Toilettenpapier dermaßen auf die Barrikaden, dass sie von der Polizei aus dem Geschäft getragen werden musste. Bitte, nehmt euch der Sache sachlich an, seid nicht zu locker, aber macht euch nicht verrückt!

Was mich betriff, so bin ich froh, dass ich mir nun meine Zeit und meine Aufgaben selber einteilen kann. Arbeiten im Haushalt und Schulaufgaben gehören genauso dazu wie lange Spaziergänge in Wald und schöne Lesenachmittage. Einige vermissen den geregelten Tagesablauf und das öffentliche Leben, andere, so wie ich, freuen sich über die Freiheit, ihren Tag selbst gestalten zu können. Natürlich vermisse auch ich den täglichen oder immerhin wöchentlichen Kontakt mit Freunden und Familie und sogar die Schule fehlt mir etwas, anderseits mag ich es, selbst über den Tag zu bestimmen und mehr Zeit für mich zu haben.

Das einzige was mich traurig macht, ist die Einschränkung in Altersheimen. Ich verstehe, dass es wichtig ist, diese Hochrisiko-Gruppe zu schützen, dennoch hat sich so für meine Familie ein trauriger Umstand ergeben. Mein Großvater ist am 26.3.2020 im Pflegeheim verstorben. Um ihn zu schützen, sind wir schon viele Tage vorher nicht mehr bei ihm gewesen. Als uns dann die Nachricht erreichte, dass es meinem Opa schlechter ging, wussten wir nicht, wie wir reagieren sollten. Schließlich durfte meine Oma am 25.3 in Begleitung ihrer drei Kinder von ihm Abschied nehmen. Obwohl wir das Risiko natürlich nachvollziehen können und unser Opa dement war, sodass er uns nicht mehr erkannt hat, trifft es mich und auch seine anderen Enkel, dass wir uns nicht persönlich verabschieden konnten.

Und obwohl sich unsere Familie im Moment nicht sehen darf, wissen wir, dass wir trotzdem für einander da sind. Ich freue mich auf die Besserung der Corona-Lage und auf die Zeit, in der ich wieder mit Freunden und Familie zusammen kommen darf.

Bis dahin heißt es für uns alle: Rücksichtsvoll sein, stark und vor allem zu Hause bleiben!