Lehrerin im Home-Office – Mein Quarantäne-Tagebuch

Vassiliki Papenburg

Eigentlich sollte es ein ganz normaler Schultag werden. Aber was ist schon normal, in der heutigen Zeit? Denn nun hat es auch mich getroffen. Ich gelte offiziell als „ansteckungsverdächtige Person“ und darf meine Wohnung nicht verlassen. Da mein Mann ebenfalls als Lehrer arbeitet, leistet er mir erstmal Gesellschaft, bis mein erstes Testergebnis negativ ist. Sicher ist sicher!

07:00 Uhr

Nachdem ich den Wecker zweimal weiter gestellt habe (wie ich zugeben muss), stehe ich nun auf und vollziehe meine Morgenroutine. Ich habe mir am Wochenende vorgenommen, in meiner Quarantäne-Zeit nicht ganz aus dem morgendlichen Rhythmus herauszukommen.

08:30 Uhr

Nach dem obligatorischen Kaffee in meiner „Greece“-Tasse und meinem Frühstück setze ich mich an den Schreibtisch. Ich schlage meinen Schulplaner auf und arbeite meinen Wochenplan ab. Nun gilt es, Vertretungsmaterialien für die Woche vorzubereiten und zu planen, welche Arbeitsaufträge für meine Schülerinnen und Schüler in die Cloud hochgeladen werden sollen.

11:20 Uhr

Kaum zu glauben – ich darf das Haus verlassen (wenn auch nur kurz). Es steht der Coronatest in Hagen an. Ich möchte frühzeitig losfahren, um nicht zu lange warten zu müssen. Also: Maske auf, Jacke an und die Musik im Auto aufdrehen!

12:30 Uhr

Es war schön, einige meiner (Quarantäne-) Kolleginnen und Kollegen, natürlich unter Wahrung des Sicherheitsabstandes, wiederzusehen. Bei der Testung in Hagen wurde ich von den dortigen (sehr gut gelaunten) Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Gesundheitsamtes für eine Französisch-Lehrerin gehalten. Niemand kommt darauf, dass ich Mathematik-Lehrerin bin…Was das wohl zu bedeuten hat?

13:00 Uhr

Ein Vorteil daran, den ganzen Tag zu Hause zu verbringen, ist, Zeit für das Kochen zu haben. Also wird das Mittagessen frisch und ohne Eile zubereitet.

14:30 Uhr

Nach dem Mittagessen arbeite ich daran, meinen Berg an Korrekturen zu schmälern. Momentan fühlt es sich wie ein ganz normaler Arbeitstag an…   

18:00 Uhr

Feierabend. Also lasse ich den Abend entspannt mit einer Netflix-Serie ausklingen.

Fazit (05.10.20): Plötzlich weiß man die Spaziergänge im Hohenlimburger Park zu schätzen oder wünscht sich ein Haus mit einem Garten. Ich bin sehr froh, dass auch mein zweiter Test negativ war. Die Quarantäne kann jeden treffen, aber die Zeit verfliegt schneller als man denkt. Tägliche Routinen haben mir geholfen, nicht aus dem Gleichgewicht zu geraten. Dabei ist es für uns alle keine einfache Zeit. Aber wenn wir weiterhin auf uns gegenseitig achten (und das ist nebenbei der Sinn der Quarantäne), können wir das beste aus der Situation machen.