Corona: Schüler meistern schwere Zeit mit viel Verständnis

Von Simeon Grünegras

Seit gut 4 Monaten findet der Coronakonforme Unterricht an Nordrhein-Westfalens Schulen wieder statt. Die vor einigen Monaten kursierende Nachricht #stayathome ist längst Vergangenheit.Wie gehen Schüler mit der aktuellen Pandemie um und wie schätzen sie die aktuelle Lage ein? Ein Stimmungsbild der Schülerinnen und Schüler an unserem Gymnasium Hohenlimburg.

Kurz vor Acht. Die letzten Schüler finden sich auf dem Schulhof in ihrem gekennzeichnetem Bereich ein. So langsam treffen auch die Lehrer ein und die Klassen und Kurse können ihre Räume betreten und den Unterricht beginnen. Noch kurz die Hände am Spender an den Eingängen desinfizieren und los geht’s.

Während alle Schüler mit Masken und geöffnetem Fenster frierend in ihren Räumen sitzen und von den Lehrern ihren Unterrichtsstoff vermittelt bekommen, treffen sich die Politiker und Ministerpräsidenten unseres Landes zusammen um über die Zukunft zu beraten um zu schauen , wie es weitergehen soll, denn die Zahlen steigen weiter rasant an. Zwar flachte die Kurve in den letzten Wochen etwas ab, was wohl dem sogenanntem „Lockdown Light“ zuzuschreiben ist, verzeichnete man in Deutschland jüngst rund 20.000 Neuinfektionen und es ist kein Ende abzusehen. Ein kleiner Lichtblick erschien vor Zwei Wochen, als mehrere Unternehmen darunter auch das Deutsch- Britische Unternehmen Biontech und Pfizer einen Impfstoff in die Endphase der Studien gingen und nun kurz vor der Zulassung in Deutschland stehen. Doch das Ende dieser nunja besonderen Zeit ist noch nicht so schnell vorbei, wie wir es gern hätten. Experten meinen, dass bis April nur der Teil der Risikogruppe durch sei mit dem impfen. Danach seien erst die jüngeren dran. Das heißt auch weiterhin strenge Hygeneregeln an unserer Schule mit Maske und Desinfektion.

Viele Lehrer wagen zudem auch Experimente und nehmen Beispielweise die Coronazahlen in Hagen als Unterrichtsbeispiel um den R-Wert zu berechnen. Die meisten Schülerinnen und Schüler sehen dieses Angebot positiv, kritisieren allerdings manchmal die unklaren Ansagen, und Regelungen, die die Schüler einhalten sollen. „Bei manchen Lehrern heißt es, in Fachräumen dürfe nicht getrunken werden. Bei anderen heist es wir dürfen drinnen trinken“ beschreibt ein Schüler die aktuelle Lage in Fachräumen. Allerdings sind die meisten Schüler zufrieden und finden, dass das System und das Hygienekonzept der Schule aufgeht und gut funktioniert. „Ich finde gut, dass man die Regel draußen zu essen eingeführt hat. Das fand ich immer unverständlich, weshalb man drinnen essen durfte aber nicht draußen“, beschreibt ein weiterer Schüler.

Auch die AGs laufen weiter an, so konnte das Schulorchester sowie der Schulchor seinen musikalischen Betrieb wieder aufnehmen und in der Cafeteria ihre Stücke einüben. Zuletzt konnten selbst einzelne Blasinstrumente wieder mit einbezogen werden, nachdem man eine Lösung durch Trennwände fand und mit dem Hygienekonzept vereinbar war.

Allerdings gibt es auch Punkte, bei denen sich die Schülerinnen und Schüler uneinig sind. Die meisten halten die Regeln der Regierung für angemessen oder sogar zu lasch, aber beim Sportunterricht, der zur Zeit nicht am Kirchenberg und auch nicht in der Halle stattfinden darf, wird theoretisch fortgesetzt, was einige gut finden, den anderen aber gar nicht gefällt. Viele appellieren auch noch an das Home-Schooling, was für die meisten sehr gut geklappt hat. Während der ersten Welle erkannte man allerdings Mängel. So sind jetzt Lücken zu erkennen, die auf den Lockdown zurückzuführen sind. Ein Schüler der Stufe EF sagt: „Wenn man auf eine Mischform von Homeschooling und Präsenzunterricht setzen könnte und vielleicht nur für Hauptfächer und Klausuren in die Schule müsste, die Aufgaben zuhause aber benotet werden und voll zur Note zählen würden, wäre das für mich ein gut funktionierendes Konzept“. Tatsächlich hört man solche Stimmen öfter und vor einiger Zeit gingen Diagnose-Bögen in den Stufen um, um die technischen Möglichkeiten der Schülerinen und Schüler bei sich zu hause feststellen zu können.

Insgesamt gucken die meisten positiv in die Zukunft und freuen sich schon auf ein baldiges Ende, denn am Ende des Tunnels taucht auch immer irgendwann ein Licht auf. Also auch wenn es noch ein paar Monate so bleibt wie es ist, bleibt geduldig und haltet euch an die Regeln, denn desto schneller kann der normale Alltag wieder beginnen. Bleibt gesund!