Abi…und dann? Teil 3: Peter Karabaic über seine Leidenschaft für Chemie

Von Peter Karabaic

Peter Karabaic

Diese Frage müssen sich jedes Jahr tausende von Abiturienten in ganz Deutschland stellen und dieses Jahr war es nun auch Zeit für mich eine Antwort darauf zu finden. Für mich stand schon von Anfang an fest, dass ich direkt nach dem Abitur anfangen werde zu studieren, nur was genau es dann am Ende wird,hat sich von Jahr zu Jahr ständig geändert. Während ich in der 9. Klasse Chemie studieren wollte, war es dann in der EF Ökonomie und in der Q1 hatte ich mich schon wieder umentschieden und wollte es mit Jura probieren. Am Anfang der Q2 war ich noch etwas besorgt, da ich mir immer noch nicht sicher war, was ich studieren möchte. Jedoch kristallisierte sich gegen Ende des Schuljahres heraus, dass ich dochwiederzu meinem Wunschstudium aus der 9. Klasse zurückkehren würde und so entschied ich mich dafür Chemie an der WWU in Münsterzu studieren.

Viele schrecken vor naturwissenschaftlichen Studiengängen zurück, da diese teilweise als sehr anspruchsvoll wahrgenommen werden, jedoch ist das für mich eine Herausforderung, die ich annehmen willund hoffe, dass ich das Studium erfolgreich abschließen kann.Die Chemie ist die Wissenschaft der Veränderung von Stoffen und ich finde, das ist ein sehr interessantes Gebiet, da man aus bestimmten Ausgangsstoffen neue Stoffe erschaffen kann, was einem selber verdeutlicht wie wandelbar unsere Welt ist und man die Dinge nicht hinnehmen muss wie sie sind, sondern sie aktiv verändern kann. Die Naturwissenschaften und alle anderen sogenannten MINT-Fächer(Mathematik,Informatik, Naturwissenschaften, Technik) sind meiner Meinung nach generell ein sehr wichtiger Bereich, der auch in der Schule noch viel stärker in den Fokus gerückt werden muss, da unsere heutige Welt ohne diese Disziplinen und ihre Errungenschaften nicht möglich wäre. Beispielsweise unsere Smartphones oder der Laptop mit dem ich diesen Text gerade schreibe,sind ein Produkt aus der Anwendung dieser Fächer. Deswegen habe ich mich dafür entschieden Chemie zu studieren. Obwohl der Inhalt des Fachs einem fremd und realitätsfern erscheinen kann, ist man doch immer und überall davon umgeben. Der Alltag als Student in der Zeit von Corona und Ausgangsbeschränkungen istteilweise sehr stressig, trotz der vielen Zeit, die man nun dadurch hat, dass man nicht mehr so viel draußen ist.

Der Vormittag ist meistens mit Vorlesungen verplant, die entweder live über Zoom gehalten werden oder dann online auf der Website der Uni als Video hochgeladen werden. Der Vorteil dabei ist, dass man sich die Videos nochmal angucken oder zurückspulen kann, falls man etwas nicht verstanden hat, was bei einer Präsenzvorlesung leider nicht möglich ist. Allerdings braucht es auch viel Selbstdisziplin sich nicht vor der Physikvorlesungum acht Uhr zu drücken und anstatt dessen noch lieber eine oder zwei Stunden zu schlafen, was bei mir leider selten geklappt hat, da ich mir dieser Vorlesung theoretisch auch am Nachmittag als aufgezeichnetes Video angucken kann. Nachmittags habe ich dann meistens Übungen oder Seminare, in denen die Übungszettel der vorherigen Woche besprochen werden. Diese Übungszettel müssen wir vorher in 6er-Gruppen bearbeiten und bis Sonntag 24 Uhr zur Korrektur einreichen.

Das kann teilweise echt stressig sein, da man sowohl in Mathematik als auch in Physik und Chemie jeweils zwei Din-A4 Seiten mit Aufgaben lösen muss. Jedoch macht es auch Spaß diese Übungszettel zu bearbeiten und das anzuwenden, was man in der Vorlesung gelernt hat.Insgesamt würde ich zum jetzigen Zeitpunkt sagen, dass ich mit meiner Studienwahl zufrieden bin, trotz der Herausforderungen, die ein Studienbeginn inmitten der Corona-Krise bringt. Auch wenn ich mir im Vorfeld auch viele Gedanken und Sorgen darum gemacht habe, was ich am Ende studieren will, ist es glaube ich gut auf sein Bauchgefühl zu vertrauen und auch einfach mal etwas auszuprobieren und dann zu gucken, ob es zu einem passt.Grundsätzlich denke ich, dass solange man genug Zeit und Mühe in eine Sache investiert, man dann auch Erfolg haben wird, egal wie schwer die Hindernisse auch sein mögen. Zur Not kann man sich dann immer noch für etwas anderes entscheidenund hoffentlich findet man dann einen Bereich, in dem die eigenen Stärken zum Ausdruck kommen und der auch den individuellen Interessen entspricht.