Sprachscouts

„Jede neue Sprache ist wie ein offenes Fenster, das einen neuen Ausblick auf die Welt eröffnet und die Lebensauffassung weitet.“  (Frank Harris)

Hintergrund:

Im Kontext des Projekt „Sprache verbindet“, welches der Rotary Club Iserlohn 2002 ins Leben gerufen hat, sollen ausländische Kinder die Möglichkeit erhalten, sich durch die Förderung ihrer Deutschkenntnisse erfolgreich in die Gesellschaft integrieren zu können.

In Zusammenarbeit mit den Rotariern können sich auch Schülerinnen und Schüler unserer Schule als Sprach-Scout ausbilden lassen.

Informationen rund um den Sprach-Scout:

Die Aufgabe eines Sprach-Scouts besteht darin, Kindern im Alter von 4-10 Jahren spielerisch Deutsch beizubringen. Es ist jedoch sehr wichtig, dass sich ein Sprach-Scout auf freundschaftlicher Basis mit dem Kind befasst, und dem Kind mit Hilfe von altersgemäßen Spielen, Bildern- und/oder Sachbüchern die deutsche Sprache näher bringt. Ein Sprach-Scout ist deshalb nicht mit einem Nachhilfelehrer gleichzusetzen!

Um selbst einen sichereren Umgang mit Kindern des Projekts zu erhalten, werden die Sprach-Scouts in regelmäßigen Abständen durch Fachpersonal geschult. „In den Workshops erwerben die Scouts u.a. Kenntnisse in den Bereichen pädagogisches Grundwissen, Motivation, Zweitspracherwerb und interkulturelle Kommunikation.“1

Für die Arbeit mit den Kindern erhalten die Sprach-Scouts eine Entlohnung von acht Euro pro Zeitstunde (jeweils vier Euro durch die Rotarier und vier durch die Familie des zu betreuenden Kindes) sowie nach erfolgter Lehrperiode ein Zertifikat, welches für Bewerbungen nützlich ist.

Sprach-Scouts unserer Schule und deren Erfahrungen:

Derzeit betreuen 24 Hagener Schüler 24 Migrantenkinder. Von diesen Scouts besuchen 7 Schülerinnen und Schüler das Gymnasiums Hohenlimburg. Momentan sind der größte Anteil der Scouts aus dem Hagener Raum Schülerinnen und Schüler unser Schule, was auch für die letzten zwei Jahre zutrifft (zwischen 7-9 Schülerinnen und Schüler).

Um einen besseren Einblick in die Arbeit der Sprach-Scouts zu erhalten, haben zwei Schülerinnen des Projekts über ihre Erfahrungen gesprochen.

„Das Kind, welches ich beim Erlernen der deutschen Sprache unterstütze, war zu Beginn noch vier Jahre alt und ist nun fünf. Dies schien mir zu Beginn eine Herausforderung zu sein. Ich musste anfangs erst einmal das Vertrauen des Jungens gewinnen. […] Um ihn zu unterhalten und ihm zu zeigen, dass es hier auch um Spaß geht, habe ich mit ihm Spiele gespielt. Nach einigen Malen konnte ich die Spiele auch mit dem Deutsch-Lernen verbinden. Mir ist aufgefallen, dass er die Artikel so gut wie gar nicht beherrscht. Erst einmal musste ich ihm die drei Artikel nennen und ihn dazu bringen, sie sich zu merken. Um dies zu vereinfachen, nahm ich drei Finger von ihm und ordnete jedem einen Artikel zu. Dann malte ich ihm kleine Bilder, die er zusammen mit dem passenden Artikel benennen sollte, und immer wenn er sich nicht sicher war, hielt ich ihm die Finger hin und sagte wie sie heißen. Irgendwann hatte er sich auch den Artikel „der“ gemerkt und den Trick mit den Fingern machte er schon von selbst. Um Abwechslung und Bewegung in das „Spiel“ zu bringen, gingen wir durch die Wohnung und er durfte sich Dinge aussuchen, die er mit Artikel nennen sollte.

Immer wenn ich sehe, dass er sich etwas behalten hat, freue ich mich. Man ist dann sowohl stolz auf das Kind, als auch auf sich selbst. Ich kann durch Unterstützung viel erreichen.“ (Sophie, EF)

„Zu Beginn war das Kind (7 Jahre), welches ich beim Erlernen der deutschen Sprache unterstütze, noch sehr schüchtern, was mir den Umgang mit ihm sehr erschwerte. Meistens begannen wir damit, dass wir etwas über seinen Tag sprachen, damit ich mir einen Eindruck über seine Deutschkenntnisse verschaffen konnte und er etwas offener mir gegenüber wurde. Dies geschah dann auch sehr schnell und die wöchentlichen Besuche wurden angenehmer für beide und machten Spaß. Auch heute beginnen die Besuche damit, dass er mir über seinen Schultag erzählt, wir gemeinsam seine Schulunterlagen durchgehen und er mir seine Probleme erläutert, welche er mit dem Schulstoff hat. Daraufhin helfe ich ihm dabei, da die meisten Probleme bei der Sprache liegen. Als Abschluss spielen wir meistens ein Brettspiel oder lesen gemeinsam ein Buch. 

Im Großen und Ganzen muss ich jedoch sagen, dass auch Schwierigkeiten darin liegen, dass es spielerisch ist, da die Konzentration dadurch schwer fällt. Für mich ist es jedoch eine tolle Erfahrung zu sehen, wie man jemandem dabei helfen kann sich im Umgang mit Freunden und auch im Alltag wohler zu fühlen, da man die Sprache besser beherrscht.“

(Agnesa, EF)

Kontakt:

Wenn dein Interesse an diesem Projekt geweckt wurde und du Kinder beim spielerischen Erlernen der deutschen Sprache unterstützen möchtest, erhältst du weitere Informationen dazu bei Frau Cordes, die auch den Kontakt zu den Rotariern herstellt sowie über die Homepage der Rotarier selbst „sprache-verbindet.net“.

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1) https://www.sprache-verbindet.net/#sprach-scouts (30.06.2018)

 

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