Von Nela Geise, Tamara Glade und Denis Zakifov
Am Montag, den 7. September 2026, erreichten wir nach einer knapp 13-stündigen Fahrt endlich die Stadt Bergamo im Norden Italiens. Sie war ein Vorgeschmack auf die Orte, die wir uns in dieser Woche noch anschauen wollten, und erfüllte diese Erwartung in jeder Hinsicht.

Sieben Schüler hatten eine kleine Stadtführung vorbereitet, die uns durch die Innenstadt, vorbei an imposanten Kirchen und kleinen, aneinandergereihten Geschäften, führte. So anstrengend der Aufstieg in die Altstadt Bergamos bei knapp 30 Grad auch war, umso schöner war der Charme dieser Stadt und somit Belohnung genug.
Nachdem wir auf der Piazza Veccia eine Uhrzeit festgelegt hatten, zu der wir weiter zu unserem Hotel fahren wollten, zogen wir in Kleingruppen los, um typisch italienisch zu essen, uns die Kirchen aus der Nähe zu betrachten oder nach der langen Fahrt die Eindrücke in der Sonne auf uns wirken zu lassen. Dieser charakteristisch italienischen Stadt konnte wirklich jeder etwas abgewinnen, und sie weckte die Vorfreude auf die nächsten vier Tage.
Gegen 14 Uhr machten wir uns auf für die letzte Etappe unserer langen Fahrt und kamen gegen 16:30 schließlich an unserem Hotel „Albergo Betty“ an. Die Zimmer wurden bezogen und alles in allem waren wir mit unserer Unterkunft für diese Woche sehr zufrieden.
Auch das Essen an diesem sowie an den folgenden Abenden war typisch italienisch. An unserem Ankunftstag gab es traditionell Spaghetti al pomodoro, die uns von den Inhabern des Hotels serviert wurden.
Nach dem Essen hatten wir alle die Gelegenheit, uns bei einer weiteren, von einigen Schülerinnen geplanten Stadtführern ein Bild von unserem Wohnort für diese Woche, Saló, zu machen. Besonders gegen Abend war es ein lebendiger Ort mit einer weitläufigen Promenade entlang des Gardasees.

Den Abend konnten wir nach unseren eigenen Wünschen ausklingen lassen. In kleineren Gruppen waren wir an der Seepromenade oder in der Stadt unterwegs, bis schließlich Nachtruhe angesagt war und der erste Tag in Italien zu Ende ging.
Am Dienstag begann unser Tag bereits früh am Morgen, denn uns stand ein abwechslungsreicher und vor allem sportlicher Tag bevor. Nach dem Frühstück machten wir uns mit dem Reisebus auf den Weg und erreichten nach einer etwa eineinhalbstündigen Fahrt Prada am Monte Baldo. Dort angekommen, begann unsere Wanderung, bei der wir ungefähr die Hälfte des Monte Baldo bis zu einer dazugehörigen Berghütte hochwanderten. Der Aufstieg stellte sich schnell als anstrengender heraus als gedacht. Durch die Steigung und die körperliche Anstrengung kamen wir ordentlich ins Schwitzen – am Ende der Wanderung waren wir im wahrsten Sinne des Wortes zusammengeschwitzt. Dennoch lohnte sich die Anstrengung, denn oben angekommen konnten wir uns zunächst erholen und gemeinsam in der Berghütte lecker essen. Nach dem anstrengenden Aufstieg war die Stärkung mehr als verdient.
Ein besonderes Highlight erwartete uns anschließend bei unserem Weg zurück ins Tal: Statt den gesamten Weg wieder runterwandern zu müssen, durften wir mit der Standseilbahn nach unten fahren. So konnten wir die Aussicht noch einmal aus einer ganz anderen Perspektive genießen und gleichzeitig unsere Beine nach der Wanderung etwas schonen.

Anschließend führte uns unser Tagesprogramm weiter nach Lazise. Dort hatten wir Zeit, die schöne Altstadt und die besondere Atmosphäre direkt am See zu erkunden. Bei mehr oder weniger schönem Wetter konnten wir durch die Straßen schlendern und die Pracht der Stadt genießen. Auch wenn sich das Wetter nicht immer von seiner besten Seite zeigte (33 Grad im Schatten), war Lazise einen Besuch wert. Nach einem langen Tag mit Wanderung, gutem Essen, Seilbahnfahrt und einem Besuch am Gardasee machten wir uns schließlich wieder auf den Weg zurück zu unserem Hotel in Salò. Dort konnten wir uns von dem anstrengenden, aber ereignisreichen Tag erholen.
Am Mittwoch, den 9. September, stand ein weiteres Highlight auf dem Programm und wir machten uns gegen 13 Uhr mit unserem Reisebus auf den Weg in die etwa eine Stunde entfernte Stadt Verona. Sobald wir ankamen, stand zunächst eine Stadtführung mit einer Guide auf dem Programm, um die besonderen Orte Veronas näher kennenzulernen. Am Abend sollten wir außerdem die Oper in Verona besuchen.
Unsere Tour startete auf der berühmten Piazza Bra an der Reiterstatue von Vittorio Emanuele 2. Wir sahen den Palazzo della Gran Guardia und seine charakteristischen, M-förmigen Zinnen, die im mittelalterlichen Italien verrieten, dass die Menschen, die in diesen Palästen lebten, im politischen Konflikt zwischen Kaiser und Papst auf der Seite des Kaisers standen. Antonella, unsere Stadtführerin, führte uns anschließend zu einer kleinen Burg, deren Innenhof wir bewundern durften. Sie zeigte uns einen alten Straßenbogen aus der Zeit Napoleons und veranschaulichte ihre Erzählungen immer wieder mit Bildern und historischen Karten, sodass man ihren Ausführungen sehr gut folgen konnte. Da sie Lehrerin für Geschichte und Italienisch war, verstand sie es, uns viel Wissenswertes über Verona zu vermitteln.
Natürlich durfte auch ein Besuch auf der Piazza delle Erbe sowie am Casa di Giulietta aus Shakespeares weltberühmten Stück „Romeo und Julia“ nicht fehlen. An diesem geschichtsträchtigen Ort, der besonders für Literaturfans sicherlich ein Highlight war, endete unsere Tour und Antonella verabschiedete sich von uns.
Anschließend hatten wir Freizeit, erkundeten Verona auf eigene Faust und aßen in den italienischen Restaurants zu Mittag. Zum Nachtisch durfte das berühmte Gelato natürlich nicht fehlen. Gegen Abend machten wir uns schließlich mit vielen Eindrücken und neuen Erfahrungen im Gepäck auf den Weg zum Eingang der Oper „Nabucco“.
Aufgrund des regnerischen Wetters verschob sich sowohl der Einlass als auch der Beginn der Aufführung auf 21 Uhr. Zu unserem Glück hatte das Wetter jedoch Erbarmen mit uns und wir konnten die dreistündige Oper mit nur einer kurzen wetterbedingten Unterbrechung genießen.

Einem wurde schon ganz zu Beginn klar wie viel Arbeit, Zeit und Leidenschaft in diesem Stück steckten und der Applaus am Ende, für jeden einzelnen Mitwirkenden dieses Stücks, wollte zurecht nicht enden. Man wollte den Menschen, die so viel investiert hatten, zeigen dass man ihre Arbeit wertzuschätzen wusste.
Alle waren sich einig, dass dieser Abend ein ganz besonderes und einmaliges Erlebnis gewesen war. Als wir schließlich um halb drei Uhr morgens wieder im Hotel ankamen und in unsere Betten fielen, wussten wir, dass wir dieses Erlebnis niemals hätten missen wollen.
Für den Donnerstag war eigentlich eine Kanutour in Peschiera für die Schüler, die sich dafür im Voraus angemeldet hatten, geplant. Jedoch musste der Veranstalter die Tour kurz vorher aufgrund des Dauerregens absagen. Es wurde dann beschlossen, als Alternative zunächst zum Il Leone Shopping Center zu fahren und dort etwas mehr als eine Stunde zu verbringen. Anschließend fuhren wir nach Sirmione, wo wir die restlichen zwei Stunden, die uns noch blieben, bevor wir wieder zurück ins Hotel zum Abendessen mussten, verbrachten.

Das Shoppingcenter war für einige Schüler/-innen ein besonderes Highlight, unterschied sich jedoch nicht grundlegend von den Einkaufszentren, die wir auch von zu Hause kannten. In Sirmione kamen wir gegen 16:30 Uhr an und sogar das Wetter zeigte sich etwas trockener als noch am Vormittag. Ein besonderer Blickfang dort war die alte Burg, durch deren Tor man in den Stadtkern gelangte.
Wie auch in den anderen Städten in Kleingruppen unterwegs und aßen entweder Eis oder kauften noch einzelne Mitbringsel und Erinnerungsstück für zu Hause. Nach dem Abendessen im Hotel waren wir alle zusammen in einer kleinen Bar an der Promenade in Salò und wir ließen gemeinsam unseren letzten Abend in Italien und für uns Schüler auch die allerletzte gemeinsame Fahrt ausklingen.
Am Freitag begann für uns bereits der letzte Tag unserer Italienfahrt. Nach dem Frühstück hieß es zunächst, unsere Koffer zu packen und das gesamte Gepäck zum Reisebus zu bringen. Nachdem alles verstaut war, machten wir uns gemeinsam auf den Weg zur Fähre, die uns über den Gardasee nach Gardone brachte.
Dort angekommen, hatten wir knapp vier Stunden Freizeit, die wir frei gestalten konnten. In kleineren Gruppen erkundeten wir Gardone und konnten die letzten Stunden am Gardasee noch einmal genießen. Dabei blieb natürlich auch genügend Zeit, um noch einmal etwas zu essen und Souvenirs zu kaufen.
Nach unserer Freizeit ging es mit der Fähre wieder zurück und anschließend zurück zu unserem Hotel in Salò. Dort angekommen, stand noch unser letztes gemeinsames Abendessen auf dem Programm. Dort konnten wir nochmal unsere Fahrt. reflektieren und uns gemeinsam auf die Heimfahrt vorbereiten.
Pünktlich um 18 Uhr war es dann schließlich so weit: Unser Reisebus setzte sich in Bewegung und die Heimfahrt nach Deutschland begann. Hinter uns lag eine Woche unvergesslicher gemeinsamer Momente und Erinnerungen. Mit vielen Erinnerungen im Gepäck verabschiedeten wir uns vom Gardasee und machten uns auf die lange Fahrt wieder nach Hause.

